Es gibt viele Ursachen, weshalb es mit einer Schwangerschaft nicht klappen kann. Alle wichtigen Anzeichen, die auf eine Unfruchtbarkeit hindeuten können, erfährst du in diesem Artikel.

Key Facts

  • 1 von 6 Paaren hat einen unerfüllten Kinderwunsch
  • Die Ursache für eine Unfruchtbarkeit kann bei Mann, Frau oder beiden Partnern liegen
  • In einigen Fällen bleibt die Ursache ungeklärt
  • 14-25 % der Frauen im gebärfähigen Alter haben Zyklusstörungen
  • PCOS und Endometriose sind häufige Ursachen für einen unerfüllten Kinderwunsch

Einleitung

Ungefähr 1 von 6 Paaren hat einen unerfüllten Kinderwunsch, da sind 17,5 % aller Erwachsenen mit Kinderwunsch weltweit. Wenn es mit der Familienplanung nicht so klappt, wie man es sich vorgestellt hat, beginnt die Ursachenforschung und womöglich auch die Schuldzuweisung. Doch für ungewollte Kinderlosigkeit kann keiner etwas. Aus medizinischer Sicht stehen männliche Faktoren wie die Spermienqualität genauso häufig in Zusammenhang mit einer möglichen Unfruchtbarkeit wie weibliche. In einigen Fällen lässt sich auch gar keine Ursache finden (idiopathische Sterilität).

In unserem Artikel Warum werde ich nicht schwanger? erläutern wir dir daher genau, welche Faktoren bei der Frau zu einem unerfüllten Kinderwunsch führen können und wie sich diese behandeln lassen.

Wann gilt eine Frau als unfruchtbar?

Von Unfruchtbarkeit oder Sterilität spricht man, wenn eine Frau nach einem Jahr regelmässigem, ungeschützten Geschlechtsverkehr nicht schwanger geworden ist. Bei Frauen über 35 wird bereits nach 6 Monaten regelmässigem Geschlechtsverkehr ohne das Eintreten einer Schwangerschaft von Unfruchtbarkeit gesprochen. Auch Frauen, die zwei oder mehr Schwangerschaften durch Fehlgeburten verloren haben oder bei denen Kinderwunschbehandlungen bisher ohne Erfolg geblieben sind, können als unfruchtbar gelten.

Frauen, die unregelmässige Menstruationszyklen haben, an Endometriose leiden oder gynäkologische Probleme wie Beckenoperationen, Eileiterschwangerschaften oder Infektionen hatten, sollten frühzeitig ihren Frauenarzt oder ihre Frauenärztin aufsuchen, wenn sie Sorge haben, dass es mit einer Schwangerschaft ohne Unterstützung möglicherweise nicht klappen könnte.

Der Weg zu einer Schwangerschaft ist sehr komplex und verschiedene Faktoren können eine Hürde darstellen. Manchmal sind es nur Kleinigkeiten, wie ein zu niedriger oder hoher Wert des Schilddrüsen-stimulierenden Hormons (TSH), der sich leicht mit Tabletten einstellen lässt. Im Folgenden geben wir dir einen Überblick über die möglichen Anzeichen, dass deine Fruchtbarkeit beeinträchtigt sein könnte.

Betrifft Unfruchtbarkeit ausschliesslich Frauen?

Unfruchtbarkeit ist nicht nur auf die Frau zurückzuführen, sondern betrifft auch Männer. Einen Überblick dazu erhältst du im folgenden Video (zum Abspielen einfach auf das Bild klicken):

Welche Anzeichen gibt es für Unfruchtbarkeit bei Frauen?

Die Anzeichen für Fruchtbarkeitsstörungen bei der Frau können vielfältig sein und von Frau zu Frau variieren. Besonders häufig sind Frauen von Zyklusstörungen betroffen. Wenn die Menstruation einsetzt, kann es anfangs ganz normal sein, unregelmässige Perioden zu haben. Denn der Körper braucht eine Weile, um sich an die Hormone anzupassen. Sobald die Pubertät angeschlossen ist, sollte der Menstruationszyklen regelmässig sein (24 bis 35 Tage). Circa 14 % bis 25 % der Frauen im fortpflanzungsfähigen Alter haben Zyklusstörungen, was ein Warnsignal für Unfruchtbarkeit der Frau sein.

Andere häufige Anzeichen sind Akne, Haarausfall und Behaarung im Gesicht, was durch einen Überschuss an Androgenen (männlichen Geschlechtshormonen) verursacht wird. Dies sind typische Symptome für das PCO-Syndrom (PCOS). Laut WHO sind 8-13 % der Frauen im gebärfähigen Alter von PCOS betroffen. Bis zu 70 % der Fälle sind nicht diagnostiziert.

Im Folgenden erfährst du, welche möglichen Ursachen hinter der Unfruchtbarkeit bei Frauen stecken können.

Welche Ursachen hat Unfruchtbarkeit bei Frauen?

Bei ca. 25 % der Frauen sind Ovulationsstörungen (unregelmässiger oder ausbleibender Eisprung) der Grund für ungewollte Kinderlosigkeit. Ovulationsstörungen können wiederum durch andere Erkrankungen wie eine Gelbkörperschwäche (es wird zu wenig Progesteron produziert), eine erschöpfte Eizellreserve, einen erhöhten Prolaktinspiegel, einen Überschuss an männlichen Hormonen (Androgenen), eine Störung der Schilddrüse oder der Hypophyse/Hypothalamus bedingt sein.

Ebenso sind Fehlbildungen oder Erkrankungen der Fortpflanzungsorgane eine Hauptursache für Infertilität. So ist in 15 % der Fälle eine Endometriose-Erkrankung Schuld am unerfüllten Kinderwunsch, gefolgt von Verwachsungen im Beckenraum (12 %), verschlossenen Eileitern (11 %), anderen Erkrankungen der Eileiter oder der Gebärmutterschleimhaut (11 %) sowie Hyperprolaktinämie (7 %).

Wie wird Unfruchtbarkeit diagnostiziert?

  • Anamnese: Der erste Schritt bei der Diagnose von Unfruchtbarkeit ist eine umfassende Anamnese, d. h. die Betrachtung deiner Krankengeschichte. Dabei besprichst du mit deiner Gynäkologin oder deinem Gynäkologen nicht nur deine Symptome oder zyklusbedingten Unregelmässigkeiten, sondern auch deine Familiengeschichte. Leidet womöglich deine Mutter an Endometriose oder einer Gerinnungsstörung, ist die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass du auch davon betroffen sein könntest.
  • Gynäkologische Untersuchung: Der nächste Schritt ist eine Ultraschalluntersuchung, bei der sich deine Gynäkologin oder dein Gynäkologe deine Eileiter, deine Gebärmutterhöhle und deine Eierstöcke ansieht. Bei dieser Untersuchungen können Erkrankungen wie das PCO-Syndrom (PCOS), Gebärmuttermyome oder Polypen festgestellt werden. Ausserdem lassen sich etwaige organische Anomalien erkennen, wie ein Septum (Trennwand) in der Gebärmutter oder eine unzureichend aufgebaute Gebärmutterschleimhaut.
  • Blutuntersuchung: Auch im Blut lassen sich eine Reihe von Indikatoren finden, die deine Fruchtbarkeit einschränken können. So kann der TSH-Wert (Schilddrüsen-stimulierendes Hormon) Aufschluss darüber geben, ob bei dir eine Schilddrüsenüber- oder unterfunktion vorliegt. Beides kann eine Empfängnis erschweren. Auch das Anti-Müller-Hormon (AMH) kann im Blut bestimmt werden. Dies dient zur Bestimmung deiner Eizellreserve. Auch andere Hormone (Östrogen, Progesteron, Prolaktin, FSH und LH) können mit Hilfe einer Blutanalyse bestimmt und hormonelle Störungen diagnostiziert werden.
  • Hysterosalpingokontrastsonographie (HyCoSy): Mit einer Eileiteruntersuchung kann geprüft werden, ob die Eileiter durchgängig sind. Bei diesem Verfahren wird Kontrastmittel mit einem Katheter in die Gebärmutter gespült. Mittels Ultraschall wird kontrolliert, wie sich die Flüssigkeit verteilt und die Eileiter passiert und sich dann in den Bauchraum entleert.
  • Bauchspiegelung: Eine Bauchspiegelung (Laparoskopie) kann durchgeführt werden, um Gebärmuttermyome, Zysten oder Endometrioseherde zu diagnostizieren und gleichzeitig zu entfernen. Dabei wird ein kleiner Schnitt in der Nähe des Bauchnabels gesetzt und ein Laparoskop zur optischen Kontrolle eingeführt.
  • Gebärmutterspiegelung: Eine Gebärmutterspiegelung (Hysteroskopie) kann wie die Bauchspiegelung zu diagnostischen oder operativen Zwecken durchgeführt werden. Während die diagnostische Gebärmutterspiegelung ohne Narkose stattfinden kann, erfolgt die operative Hysteroskopie unter Vollnarkose, da hier der Gebärmutterhals geweitet werden muss. Bei einer Gebärmutterspiegelung können Myome entfernt, Gewebeproben entnommen oder Schleimhaut abgetragen werden.
  • Fruchtbarkeitstest beim Mann: Ausserdem ist ein Fruchtbarkeitstest für den Mann empfehlenswert. Mit einer Samenanalyse werden die Samenzellen des Mannes ausführlich untersucht, um ihre Befruchtungsfähigkeit zu beurteilen.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es bei Unfruchtbarkeit?

  • Chirurgische Optionen: Chirurgische Eingriffe dienen der Entfernung von Verwachsungen (Narbengewebe) oder Endometrioseherden, die den Eileiter blockieren oder seine Fähigkeit, Eizellen aufzunehmen, beeinträchtigen. Dank fortschrittlicher Techniken ist man heute in der Lage minimal-invasive laparoskopische Eingriffe durchzuführen.
  • Hormontherapie zur Auslösung des Eisprungs: Bei ausbleibendem oder unregelmässigem Eisprung liegt sehr oft eine Hormonstörung vor. Hier kann der Eisprung mit Medikamenten ausgelöst werden. Darüber hinaus kann eine Hormontherapie zur Linderung anderer endokriner Probleme eingesetzt werden.
Bei einem ausbleibenden Eisprung kann eine Hormontherapie eine gute Lösung sein, um die Chancen auf eine Schwangerschaft zu steigern. Hier erfährt du mehr über die Hormonbehandlung.
  • Intrauterine Insemination (IUI): Die Stimulation des Eizellwachstums und das Auslösen des Eisprung können in Kombination mit einer intrauterinen Insemination (IUI) durchgeführt werden. Bei der IUI handelt es sich um eine relativ "einfache" assistierte Reproduktionstechnologie (ART), bei der das Ejakulat aufbereitet und direkt in die Gebärmutterhöhle eingebracht wird. Dadurch verkürzt sich der Weg der Spermien zur Eizelle und der Gebärmutterhalsschleim (Zervixschleim) wird umgangen, wobei Probleme mit der Spermienzahl und -beweglichkeit überwunden werden.
Eine IUI kann ebenfalls eine gute Option sein, insbesondere wenn die Spermienzahl und -beweglichkeit eingeschränkt sind.
  • In-vitro-Fertilisation: Die In-vitro-Fertilisation (IVF) ist die häufigste Kinderwunschbehandlung (“künstliche Befruchtung”), wenn die Eileiter schwer geschädigt oder nicht vorhanden sind, sowie bei ungeklärter oder männlich bedingter Unfruchtbarkeit.

Fazit

Die Ursachen der Unfruchtbarkeit bei Frauen können vielfältig sein und sich durch verschiedene Anzeichen bemerkbar machen. Nicht immer müssen diese Ursachen zwangsläufig zu Unfruchtbarkeit führen. Hormonelle Störungen wie ein Prolaktinüberschuss, ein Progesteronmangel oder ein erhöhter oder zu geringer TSH-Wert können gut behandelt werden. Bei anderen Ursachen wie Endometriose, Zysten, Myome oder Polypen muss gegebenenfalls ein Eingriff durchgeführt werden, um die Fruchtbarkeit wiederherzustellen.

Wenn du eines oder mehrere der oben genannten Anzeichen bei dir festgestellt hast oder die Vermutung hast, dass du Schwierigkeiten haben könntest, schwanger zu werden, solltest du deinen Frauenarzt oder deine Frauenärztin aufsuchen. In vielen Fällen sind eine ausführliche Anamnese, eine Ultraschalluntersuchung und eine Blutuntersuchung ausreichend, um die Ursachen für deinen unerfüllten Kinderwunsch zu finden und diese zu behandeln. Falls dein Arzt oder deine Ärztin bei dir eine Endometriose oder andere gynäkologische Auffälligkeiten wie Myome oder Zysten vermutet, wird im Normalfall eine Bauchspiegelung und/oder eine Gebärmutterspiegelung durchgeführt, um eine Diagnose zu stellen und gegebenenfalls minimalinvasiv zu operieren.

Wenn durch die medikamentöse oder operative Therapie keine Schwangerschaft eintritt, kann die moderne Reproduktionsmedizin Frauen und Paaren bei der Erfüllung ihres Kinderwunsches helfen. Durch eine Hormonbehandlung, einer Insemination (IUI) oder einer In-vitro-Fertilisation (IVF) haben Frauen und Paare sehr gute Chancen, eine Schwangerschaft zu erzielen.

In unserer Kinderwunschpraxis bieten wir dir eine umfassende, persönliche Beratung, bei der wir uns Zeit für dich und deinen Kinderwunsch nehmen. Mit Hilfe unserer Fruchtbarkeitsanalyse können wir genau erkennen, welche Ursachen deinem unerfüllten Kinderwunsch zu Grunde liegen und gemeinsam mit dir die besten Behandlungsmöglichkeiten besprechen.

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