Dieser Artikel befasst sich mit der häufigsten ART, der In-vitro-Fertilisation (IVF). Wir gehen ausführlich auf die IVF-Behandlung ein, einschliesslich der Risikofaktoren, der Erfolgsraten und des zeitlichen Ablaufs dieser Form der künstlichen Befruchtung.

Der Weg zu einem Baby kann unvorhersehbar und belastend sein. Nachdem du dich verschiedenen Tests und möglichen Kinderwunschbehandlungen unterzogen hast, wie z. B. einer Hormontherapie oder einer intrauterinen Insemination (IUI), entscheidest du dich vielleicht gemeinsam mit deinen Kinderwunschexpert:innen für eine assistierte Reproduktionstechnologie (ART). Dieser Artikel befasst sich mit der häufigsten ART, der In-vitro-Fertilisation (IVF). Wir gehen ausführlich auf die IVF-Behandlung ein, einschliesslich der Risikofaktoren, der Erfolgsraten und des zeitlichen Ablaufs dieser Form der künstlichen Befruchtung.

IVF: Ein Überblick

Die In-vitro-Fertilisation (IVF) ist eine medizinische Behandlungsmethode, die Personen mit Kinderwunsch dabei helfen kann, ein Kind zu bekommen. Bei der IVF werden Eizellen aus den Eierstöcken der Frau entnommen und in einem Reagenzglas mit den Spermien des Mannes (oder eines Spenders) zusammengeführt. Daraus entstehen eine oder mehrere befruchtete Eizellen (Embryonen), die dann in die Gebärmutter der Frau eingesetzt werden, wo sie weiter wachsen und sich entwickeln.

Bei dieser Methode können entweder die Eizellen der Frau und die Spermien ihres Partners oder Spendereizellen (derzeit in der Schweiz verboten) und Sperma verwendet werden. In der Schweiz können sich auch weibliche gleichgeschlechtliche Paare einer IVF unterziehen, indem sie die Eizellen einer Partnerin und die Spermien eines Spenders verwenden, sofern sie verheiratet sind.

Eine IVF-Behandlung kann aufregend, aber zugleich anstrengend, zeitaufwändig und kostspielig sein. Ein kompletter IVF-Zyklus dauert etwa vier bis sechs Wochen. Jedoch kann die Behandlung auch länger dauern. Es gibt viele Faktoren, die deine Chancen auf eine erfolgreiche IVF-Behandlung beeinflussen, z. B. dein Alter und welche Ursachen deiner Unfruchtbarkeit zugrunde liegen Wenn du dich für eine IVF-Behandlung entscheidest, solltest du auch deine Ärztinnen oder Kinderwunschexpertinnen zu den möglichen Ergebnissen der Behandlung befragen.

Wie viele IVF-Versuche du brauchst, um schwanger zu werden, lässt sich leider nicht pauschal beantworten und hängt von vielen Faktoren ab. Klicke auf das Video und erfahre mehr darüber von unserem Reproduktionsmediziner Dr. Dirk Wallmeier:

Gründe für eine IVF-Behandlung

Paaren, die von Unfruchtbarkeit betroffen sind und einen Kinderwunsch haben, kann zu einer IVF-Behandlung geraten werden. Eine IVF kann durchgeführt werden, wenn bei dir oder deinem Partner bestimmte gesundheitliche Probleme vorliegen, wie z. B.:

  • Ovulationsstörungen: Ovulationsstörungen, wie das polyzystische Ovarialsyndrom (PCOS), führen zu einem seltenen oder ausbleibenden Eisprung. Dies ist eine häufige Ursache für Unfruchtbarkeit, da weniger Eizellen für die Befruchtung der Eizelle zur Verfügung stehen.
  • Eileiterverschluss oder -beschädigung: Schäden an den Eileitern können den Befruchtungsprozess beeinträchtigen oder verhindern, dass eine befruchtete Eizelle oder ein Embryo die Gebärmutter erreicht.
  • Endometriose: Bei dieser Erkrankung wächst Gewebe, das dem der Gebärmutterschleimhaut (Endometrium) ähnelt, ausserhalb der Gebärmutter. Endometriose kann Schmerzen und starke Blutungen verursachen. Sie kann auch die Funktion von Gebärmutter, Eierstöcken und Eileitern beeinträchtigen, was die Wahrscheinlichkeit, schwanger zu werden, verringert.
  • Beeinträchtigung der Spermienproduktion oder -funktion: Wenn die Spermienparameter (Konzentration, Grösse, Form und Bewegung) unter dem Durchschnitt liegen, kann die Befruchtung einer Eizelle erschwert sein.
  • Uterusmyome: Uterusmyome sind gutartige (nicht krebsartige) Tumore in der Gebärmutter, die die Einnistung einer befruchteten Eizelle erschweren können. Die Einnistung ist Voraussetzung für die Entstehung einer Schwangerschaft.
  • Frühere Eileiterentfernung oder Sterilisation: Bei diesem auch als Tubenligatur bezeichneten Verfahren zur Empfängnisverhütung werden die Eileiter verschlossen, abgeklemmt oder entfernt.
  • Genetische Erkrankungen: Wenn bei dir oder deinem Partner eine genetische Erkrankung diagnostiziert wurde (oder ihr bekanntermassen Träger einer solchen seid), könnt ihr einen genetischen Präimplantationstest in Betracht ziehen. Bei diesem Verfahren werden befruchtete Eizellen vor dem Embryotransfer auf bestimmte genetische Auffälligkeiten untersucht.
  • Ungeklärte Unfruchtbarkeit: Ungeklärte (oder idiopathische) Unfruchtbarkeit bedeutet, dass trotz Fruchtbarkeitstests die Ursache der Unfruchtbarkeit unbekannt ist.

Erhaltung der Fruchtbarkeit bei Krebs oder anderen Erkrankungen

Krebsbehandlungen, einschliesslich Strahlen- und Chemotherapie, können sich negativ auf die Fruchtbarkeit auswirken. In solchen Fällen kann es wichtig sein, die Fruchtbarkeit vor der Behandlung zu bewahren. Eine mögliche Lösung hierfür ist das Einfrieren von Eizellen oder für eine spätere IVF. Dabei werden die Eizellen einer Frau aus den Eierstöcken entnommen, eingefroren (entweder in unbefruchtetem Zustand oder als befruchtete Embryonen) und zur späteren Verwendung gelagert.

IVF bei Leihmutterschaft

Bei einer Leihmutterschaft trägt eine Frau ein Kind für eine andere Person oder ein Paar aus und bringt es zur Welt. Hierbei werden die Eizellen der Partnerin durch IVF mit Spermien befruchtet. Die dabei entstehenden Embryonen werden in die Gebärmutter einer Leihmutter übertragen (eine Frau, die eine Schwangerschaft austrägt, aber nicht der biologische Elternteil des Kindes ist). Diese Vorgehensweise kann bei gesundheitlichen Risiken einer Schwangerschaft oder bei gleichgeschlechtlichen Paaren angewandt werden. Leihmutterschaft ist derzeit nach Schweizer Recht verboten.

Wie bereite ich mich auf einen IVF-Zyklus vor?

Der erste Schritt besteht in einem ersten Beratungsgespräch mit einer Expertin oder einem Experten für Reproduktionsmedizin, um den genauen Ablauf zu besprechen und einen individuellen Behandlungsplan zu erstellen.

In diesem Gespräch werden die Kinderwunschexpert:innen dich und deinen Partner zu eurer Krankengeschichte befragen, einschliesslich früherer Fruchtbarkeitstests und Behandlungen. Dies ist eine gute Gelegenheit, Fragen zu stellen oder Bedenken zu äussern. Auch wenn dies mitunter aufwühlend ist, solltet ihr euch nicht scheuen und alle Einzelheiten so detailliert wie möglich notieren. Ihr solltet gut informiert sein und über alle Optionen Bescheid wissen, bevor ihr euch für einen Behandlungsweg entscheidet.

Nach dem ersten Beratungsgespräch ist es sinnvoll, sich über die finanzielle Seite der IVF-Behandlung Gedanken zu machen. In der Schweiz werden Hormonbehandlungen bis zu einem Jahr pro Schwangerschaft von der gesetzlichen Krankenversicherung übernommen. Die IVF-Behandlung wird nicht von der Krankenkasse übernommen. Um die Belastung so gering wie möglich zu halten, solltet ihr euch frühzeitig finanziell beraten lassen und einen Finanzierungsplan für die Behandlung aufstellen.

Nachdem die Kinderwunschexpert:innen eure Situation und den gewünschten Behandlungsplan geprüft haben, wird ein weiterer Termin folgen, um den Ablauf im Detail zu besprechen und die Behandlung zu planen. Es ist auch üblich, während des IVF-Zyklus verschiedene Hormone einzunehmen (z. B. um das Wachstum und die Eizellreifung zu stimulieren). Bei diesem Termin zeigt man euch, wie man sich diese Medikamente selbst verabreichen kann.

IVF und Fruchtbarkeitstests

Vor Beginn eines IVF-Zyklus werden in der Regel verschiedene Fruchtbarkeitstests und -untersuchungen durchgeführt. Dazu können die folgenden Untersuchungen gehören:

  • Untersuchung der Eierstockreserve: Mit Hilfe eines Bluttests werden die Quantität und Qualität deiner Eizellen sowie dein Ansprechen auf Fruchtbarkeitsmedikamente beurteilt. Insbesondere wird die Konzentration von Hormonen gemessen, die für die weibliche Fruchtbarkeit entscheidend sind. Dazu gehören das follikelstimulierende Hormon (FSH), Östradiol (Östrogen) und das Anti-Müller-Hormon (AMH).
  • Untersuchung der Gebärmutter: Mit dieser Untersuchung wird die Gebärmutterschleimhaut überprüft, um den Zustand deiner Gebärmutter zu bestimmen. Hierfür gibt es eine Reihe von Untersuchungen, wie zum Beispiel die Gebärmutterspiegelung. Dabei wird ein dünner Schlauch durch die Scheide bis zur Öffnung des Gebärmutterhalses eingeführt und eine Kochsalzlösung in die Gebärmutterhöhle injiziert. Mit einer transvaginalen Ultraschallsonde werden dann Innenaufnahmen der flüssigkeitsgefüllten Gebärmutter gemacht. Eine weitere Möglichkeit ist die Hysteroskopie. Bei diesem Verfahren wird ein dünnes, flexibles Hysteroskop (eine dünne Kamera mit einer Lampe am Ende) über die Scheide und den Gebärmutterhals in die Gebärmutter eingeführt.
  • Spermiogramm: Bei einem Spermiogramm werden Spermienzahl, Motilität (Beweglichkeit), Morphologie (Grösse und Form) und andere Merkmale untersucht.
  • Untersuchung auf Infektionskrankheiten: Es gibt verschiedene Tests, um festzustellen, ob die Unfruchtbarkeit bei dir oder deinem Partner auf eine Infektionskrankheit wie Chlamydien oder HIV zurückzuführen ist.

Was sollte ich vor einem IVF-Zyklus wissen?

Vor Beginn der IVF-Behandlung sind einige Punkte zu beachten:

  • Anzahl der zu transferierenden Embryonen: Normalerweise wird immer nur ein Embryo eingesetzt. Andere Faktoren, wie z. B. dein Alter und die Anzahl der verfügbaren Embryonen, können jedoch dazu führen, dass du dir mehr Embryonen einsetzen lassen kannst. Das medizinische Fachpersonal wird mit dir die Anzahl der zu transferierenden Embryonen während deines Beratungsgesprächs mit deinen Kinderwunschexpert*innen besprechen.
  • Was ist, wenn ich Mehrlinge bekomme? Eine IVF-Behandlung kann zu einer Mehrlingsschwangerschaft (eine Schwangerschaft mit zwei oder mehr Föten) führen, wenn mehr als ein Embryo in die Gebärmutter einer Frau eingesetzt wird. Dies kann sowohl für die Frau als auch für die Babys Gesundheitsrisiken mit sich bringen. Die fetale Reduktion kann eine Option sein, um die Risiken zu mindern. Die Entscheidung für eine fetale Reduktion ist jedoch eine schwerwiegende Entscheidung, die unter Berücksichtigung moralischer, emotionaler und psychologischer Aspekte getroffen werden sollte.
  • Was passiert mit den zusätzlichen Embryonen? Es ist möglich, zusätzliche Embryonen einzufrieren und bis zu zehn Jahre lang zu konservieren, um sie zu einem zukünftigen Zeitpunkt zu verwenden. Die Konservierung von Embryonen kann die Kosten und die Invasivität künftiger IVF-Zyklen verringern. Du kannst dich aber auch dafür entscheiden, alle nicht verwendeten Embryonen zu verwerfen.

Wie läuft eine IVF-Behandlung Schritt für Schritt ab?

Eine IVF-Behandlung ist ein mehrstufiges Verfahren, das folgende Schritte umfasst: Hormonelle Stimulation der Eierstöcke, Entnahme von Eizellen, Spermagewinnung, Befruchtung und Embryotransfer. In diesem Abschnitt erhältst du einen Überblick über den allgemeinen IVF-Prozess, indem die einzelnen Phasen Schritt für Schritt erläutert werden.

1. Stimulation der Eierstöcke

Im ersten Schritt wird dein natürlicher Menstruationszyklus durch die Einnahme von Medikamenten unterdrückt. Dies kann in Form eines Nasensprays oder einer Injektion erfolgen.

Sobald dein natürlicher Zyklus unterdrückt ist, nimmst du ein Medikament zur Stimulierung deiner Eierstöcke ein, das die Eizellenproduktion fördert. Diese Medikamente enthalten luteinisierendes Hormon (LH), follikelstimulierendes Hormon (FSH) oder beides.

Eine Hormonstimulation ist erforderlich, da nicht alle Eizellen erfolgreich befruchtet werden oder sich nach der Befruchtung weiterentwickeln. Je mehr befruchtete Eizellen vorhanden sind, desto grösser ist die Auswahl an Embryonen für die IVF-Behandlung.

Bevor die Eizellen entnommen werden, müssen sie auf ihre Reife hin untersucht werden. Dies geschieht durch

  • eine vaginale Ultraschalluntersuchung, um zu überprüfen, wie sich die Follikel (die Eibläschen in den Eierstöcken, in denen die Eizellen heranreifen) entwickeln; und
  • Bluttests, um festzustellen, wie dein Körper auf die Medikamente reagiert, die zur Stimulation deiner Eierstöcke verabreicht werden.

Sobald die Follikel für die Eizellentnahme vorbereitet sind, erhältst du eine Auslösespritze mit humanem Choriongonadotropin (hCG) oder einem anderen Medikament, um die endgültige Reifung der Eizellen herbeizuführen.

Es ist möglich, dass die Stimulation der Eierstöcke nicht nach Plan verläuft. Daher wird kommt es ab und zu vor, dass IVF-Zyklus vor der zweiten Phase (Eizellentnahme) abgebrochen wird. Dies kann der Fall sein, wenn

  • sich nicht genügend Follikel entwickelt haben.
  • der Eisprung vorzeitig stattgefunden hat.
  • sich zu viele Follikel entwickelt haben, was zu einem ovariellen Überstimulationssyndrom (OHSS) führen kann.
  • andere medizinische Bedenken bestehen.

Nach einem abgebrochenen Behandlungszyklus können deine Kinderwunschexpert*innen Änderungen für nachfolgende IVF-Zyklen vorschlagen, einschliesslich der Anpassung von Medikamenten oder deren Dosierung.

2. Entnahme der Eizellen

Die Eizellentnahme findet in der Regel 36 Stunden nach der Auslösespritze statt.

Zur Vorbereitung der Eizellentnahme oder des Embryotransfers erhältst du möglicherweise Progesteron, das die Gebärmutterschleimhaut (das Endometrium) auf die Einnistung der Eizelle vorbereitet.

Die Standardmethode zur Entnahme von Eizellen ist die transvaginale Ultraschallpunktion. Bei dieser Technik wird ein Ultraschallstab in die Scheide eingeführt, um die Follikel zu lokalisieren. Anschliessend wird eine dünne Nadel durch die Scheide in die Follikel eingeführt, um die Eizellen zu entnehmen. Wenn die vaginale Ultraschallsonde deine Eierstöcke nicht erfassen kann, kann stattdessen ein Bauchultraschall durchgeführt werden, um die richtige Platzierung der Nadel zu bestimmen.

Bei der Follikelpunktion werden die Eizellen mit einer an die feine Nadel angeschlossenen Saugvorrichtung aus den Follikeln entnommen. Dieser Vorgang wird meistens unter Narkose durchgeführt und dauert in der Regel etwa 20 Minuten, wobei mehrere Eizellen gleichzeitig entnommen werden können. Nach dem Eingriff kommt es häufig zu Krämpfen und einem Druckgefühl.

Die reifen Eizellen (Oozyten) werden in einer Flüssigkeit bebrütet, die das Wachstum von Zellen unterstützt (auch als Nährmedium bezeichnet). Die reifen und befruchtungsfähigen Eizellen werden mit Samenzellen zusammengebracht, um Embryonen zu erzeugen. Es ist wichtig zu wissen, dass nicht alle Eizellen erfolgreich befruchtet werden können.

3. Spermagewinnung

Die Spermagewinnung für eine IVF kann auf verschiedene Weise erfolgen. In der Regel wird eine frische Spermaprobe durch Masturbation gewonnen. Diese Probe kann in der Klinik am Tag der Eizellentnahme oder zu Hause nach bestimmten Richtlinien abgegeben werden. Im letzteren Fall muss die Probe in einem von der Klinik zur Verfügung gestellten sterilen Becher bei Raumtemperatur (20 °C) abgegeben und innerhalb einer Stunde in die Klinik gebracht werden.

In einigen Fällen, z. B. bei der Verwendung von Spendersamen, kann die IVF mit einer aufgetauten Spermaprobe durchgeführt werden. Die Verwendung von Spendersamen ist in der Schweiz erlaubt, wobei jedoch bestimmte Vorschriften zu beachten sind. Es ist auch möglich, dass die Spermien direkt aus den Hoden durch einen operativen Eingriff, die so genannte testikuläre Spermienextraktion (TESE), entnommen werden.

Nach der Entnahme werden die Spermien gespült und zentrifugiert, um die kräftigsten und gesündesten Spermien für die Verwendung auszuwählen. Bei Spendersamen oder zuvor kryokonservierten Spermien des Partners muss dieser zunächst aufgetaut werden, bevor er aufbereitet werden kann.

4. Befruchtung

Bei der IVF können reife Eizellen mit einer der folgenden beiden Techniken befruchtet werden:

  • Standardbefruchtung: Dabei werden gesunde Spermien mit reifen Eizellen zusammengebracht und über Nacht in einem Brutschrank belassen, wobei ein Spermium die Eizelle erfolgreich befruchtet.
  • Intrazytoplasmatische Spermieninjektion (ICSI): Bei diesem Verfahren werden reife Eizellen entnommen und in diese jeweils ein einzelnes gesundes Spermium injiziert. Eine ICSI kann eine gute Option sein, wenn bestimmte Spermien- oder Samenparameter (z. B. der Beweglichkeit der Spermien) auffällig sind oder wenn frühere IVF-Behandlungszyklen nicht zu einer erfolgreichen Befruchtung geführt haben.

Vor dem Einsetzen der Embryonen in die Gebärmutter werden vereinzelt bestimmte Verfahren empfohlen. Dazu gehören:

  • Assisted Hatching: Normalerweise schlüpft eine befruchtete Eizelle etwa fünf bis sechs Tage nach der Befruchtung aus ihrer schützenden Hülle (der Zona pellucida) und nistet sich in der Gebärmutterschleimhaut ein. Wenn eine Frau älter ist oder bereits erfolglose In-vitro-Fertilisationszyklen (IVF) hinter sich hat, können ihre Kinderwunschexpert:innen zu einem Verfahren raten, das als Assisted Hatching bekannt ist.

    Dabei wird vor der Übertragung des Embryos in die Gebärmutter die Zona pellucida leicht angeritzt, um das Schlüpfen der Eizelle und die anschliessende Einnistung zu unterstützen. Assisted Hatching kann auch bei eingefrorenen Eizellen oder Embryonen durchgeführt werden, da die Zona pellucida durch das Einfrieren widerstandsfähiger wird.
  • Präimplantationsdiagnostik (PID): Die PID ist nur unter sehr restriktiven Voraussetzungen möglich. Mit diesem Verfahren werden die sich entwickelnden Embryonen auf genetische Veränderungen oder Chromosomenanomalien untersucht. Nachdem sich die Embryonen etwa fünf bis sechs Tage lang in einem Inkubator entwickelt haben, kann eine winzige Probe entnommen und analysiert werden. Es ist wichtig zu wissen, dass die Präimplantationsdiagnostik die Wahrscheinlichkeit der Weitergabe eines genetischen Defekts minimieren kann, aber keine Garantie dafür bietet.

5. Embryotransfer

Der Embryotransfer kann mit frischen oder eingefrorenen Embryonen (Kryokonservierung) erfolgen. Bei einem frischen Embryotransfer wird der Embryo 2-5 Tage nach der Eizellentnahme in die Gebärmutter eingesetzt, ohne ihn einzufrieren. Bei einem Kryotransfer hingegen werden die gefrorenen Embryonen, die aus einem früheren IVF-Zyklus oder von einer Eizellspenderin stammen können, aufgetaut und in die Gebärmutter eingesetzt. Ein Kryotransfer kann viele Jahre nach der Eizellentnahme und Befruchtung durchgeführt werden.

Der Embryotransfer erfolgt in der Regel in der Klinik, etwa zwei bis fünf Tage nach der Eizellentnahme. Der eigentliche Transfer kann etwas unangenehm sein, und in einigen Fällen kannst du leichte Krämpfe bekommen. Vor dem Eingriff kann dir ein leichtes Beruhigungsmittel verabreicht werden.

Zu Beginn des Transfers führt eine Kinderwunschexpertin bzw. ein Kinderwunschexperte einen flexiblen Schlauch durch die Scheide und den Gebärmutterhals in deine Gebärmutter ein. Ein Embryo bzw. mehrere Embryonen werden dann mit einer Spritze, die mit dem Schlauch verbunden ist, in deine Gebärmutter eingesetzt.

Bei einem erfolgreichen Transfer kann man davon ausgehen, dass sich der Embryo etwa sechs bis zehn Tage nach der Eizellentnahme in der Gebärmutterschleimhaut einnistet.

Sobald der Transfer abgeschlossen ist, kannst du zu deinem normalen Alltag zurückkehren. Es kann jedoch sein, dass deine Eierstöcke noch geschwollen sind und du dich unwohl fühlst. Gönne dir auf jeden Fall eine Pause von anstrengenden sportlichen Aktivitäten oder Tätigkeiten.

Nach dem Eingriff können die folgenden Nebenwirkungen auftreten:

  • Empfindliche Brüste aufgrund des hohen Östrogenspiegels.
  • Minimaler Ausfluss (klar oder blutig) aufgrund des Abstrichs am Gebärmutterhals vor dem Embryotransfer.
  • Leichte Blähungen, leichte Krämpfe und Verstopfung

Nach dem Embryotransfer können Komplikationen wie eine Infektion, eine Verdrehung des Eierstocks oder ein ovarielles Überstimulationssyndrom (OHSS) auftreten, auch wenn dies selten vorkommt. Wenn du nach dem Eingriff mässige oder starke Schmerzen hast, wende dich an deine Kinderwunschexpert*innen.

Ergebnisse

Ein Schwangerschaftstest wird bei einem Transfer mit frisch entnommenen Eizellen in der Regel zwei Wochen nach der Eizellentnahme durchgeführt. Die zweiwöchige Wartezeit nach der Behandlung kann schwierig sein und aufgrund der Ungewissheit des Erfolgs Angst auslösen. Für viele ist dies der schwierigste Teil des Behandlungsprozesses. Um diese Zeit besser zu überstehen, solltest du mit einer Expertin oder einem Experten deiner Kinderwunschklinik sprechen oder dich an andere Personen wenden, die sich in einer ähnlichen Situation befinden.

Deine Kinderwunschexpert:Innen werden etwa 12 bis 14 Tage nach der Eizellentnahme eine Blutprobe entnehmen, um festzustellen, ob du schwanger bist.

  • Fällt der Test positiv aus, überweist dich deine Kinderwunschexpertin bzw. dein Kinderwunschexperte zur Schwangerschaftsvorsorge an eine Frauenärztin bzw. einen Frauenarzt.
  • Fällt der Test negativ aus, wird dir dein medizinisches Fachpersonal dazu raten, die Hormonbehandlung abzusetzen. Wahrscheinlich bekommst du deine Periode innerhalb von sieben Tagen.

Obwohl leichte Schmierblutungen nach einer IVF-Behandlung normal sind, musst du dein medizinisches Fachpersonal informieren, wenn sie nicht nach einigen Tagen abklingen, insbesondere wenn du starke Blutungen hast, die von Übelkeit oder starken Krämpfen begleitet werden.

Wenn du nicht schwanger bist, ist es an der Zeit, einen Termin mit deinen Kinderwunschexpert:innen zu vereinbaren, um das weitere Vorgehen zu planen. Dabei könnt ihr besprechen, warum der Zyklus fehlgeschlagen ist, ob du beim nächsten Zyklus etwas anders machen kannst und ob weitere Verfahren für dich in Frage kommen würden.

Häufig gestellte Fragen

Zeitlicher Ablauf der IVF: Wie lange dauert eine IVF-Behandlung von Anfang bis Ende?

Jeder IVF-Zyklus dauert etwa 28–40 Tage, aber es kann auch länger dauern. Wichtig dabei ist, dass jeder Fall individuell ist und es daher normal ist, dass der IVF-Prozess und der zeitliche Ablauf variieren können. Da eine erfolgreiche Schwangerschaft nicht garantiert werden kann, müssen manche Personen möglicherweise mehrere Zyklen durchlaufen.

Hier ist ein Leitfaden für den zeitlichen Ablauf des IVF-Zyklus:

  • IVF-Zyklus Tag 2–14: Stimulationsmedikamente
  • IVF-Zyklus Tag 14: Auslösespritze
  • IVF-Zyklus Tag 16: Eizellen-/Spermagewinnung
  • IVF-Zyklus Tag 20: Embryotransfer
  • 2 Wochen nach Auslösespritze, meist Tag 28 (kann aber auch früher stattfinden): Ergebnisse des Schwangerschaftstests

Wie hoch ist die Erfolgsrate bei einer IVF?

Die Erfolgsrate der IVF hängt von verschiedenen Faktoren ab, darunter:

  • Das Alter der Frau: Die Wahrscheinlichkeit, mit den eigenen Eizellen schwanger zu werden und ein gesundes Baby zu bekommen, hängt mit dem Alter zusammen, d. h. jüngere Frauen haben in der Regel höhere Erfolgsraten. Frauen, die 41 Jahre oder älter sind, können jedoch möglicherweise durch die Verwendung von Spendereizellen ihre Chancen auf eine erfolgreiche Schwangerschaft erhöhen. In der Schweiz ist die Verwendung von Spendereizellen derzeit verboten.
  • Embryostatus: Es gibt einige Hinweise darauf, dass die Verwendung eines weiter entwickelten Embryos mit einer höheren Schwangerschaftsrate verbunden sein könnte.
  • Reproduktive Vorgeschichte: Frauen, die bereits ein Kind geboren haben, haben bessere Chancen, durch eine IVF schwanger zu werden, als Frauen, die noch keine Kinder geboren haben. Die Erfolgsrate der IVF bei Frauen, die schon mehrere IVF-Zyklen hinter sich haben, ist in der Regel mit fortschreitender Behandlung tendenziell abnehmend.
  • Ursache der Unfruchtbarkeit: Die Wahrscheinlichkeit, bei einer IVF schwanger zu werden, kann davon abhängen, ob die Ursache der Unfruchtbarkeit mit dem Verfahren wirksam behandelt werden kann. So haben beispielsweise Frauen mit schwerer Endometriose geringere Chancen, mit einer IVF schwanger zu werden, als Frauen mit Unfruchtbarkeit aufgrund verschlossener Eileiter.
  • Lebensstil: Rauchen kann sich negativ auf den Erfolg einer IVF-Behandlung auswirken, da bei Raucherinnen oft weniger Eizellen entnommen werden und es häufiger zu Fehlgeburten kommen kann. Daher sind die Erfolgschancen einer IVF bei Frauen, die rauchen, generell geringer. Auch Übergewicht kann das Schwangerwerden erschweren. In einer Meta-Analyse aus dem Jahr 2019 wurde Übergewicht mit einer deutlich geringeren Wahrscheinlichkeit einer Lebendgeburt nach einer IVF in Verbindung gebracht. Auch Alkoholkonsum, Freizeitdrogen, der Konsum grosser Mengen Koffein sowie die Einnahme bestimmter Medikamente können sich negativ auswirken.

Wenn du Bedenken hast oder mehr darüber wissen möchtest, wie du die Wahrscheinlichkeit einer erfolgreichen Schwangerschaft selbst beeinflussen kannst, wende dich an deine Ärztin bzw. deinen Arzt.

Welche Risiken bestehen bei einer IVF?

Eine IVF führt nicht immer zu einer Schwangerschaft, und der Prozess kann körperlich und seelisch anstrengend sein. Du und dein Partner bzw. deine Partnerin solltet Beratungs- und Unterstützungsangebote in Anspruch nehmen, damit ihr während des Prozesses gut begleitet werdet.

Es gibt auch verschiedene gesundheitliche Risiken, wie z. B:

  • Nebenwirkungen von Medikamenten, die während der IVF-Behandlung eingenommen werden, wie z. B. Hitzewallungen oder das ovarielle Überstimulationssyndrom (OHSS).
  • Mehrlingsgeburten, die sowohl für Mutter als auch für Kinder mit Risiken verbunden sein können
  • Eileiterschwangerschaft, bei der sich der Embryo in den Eileitern einnistet

Du kannst überlegen, ob du die Behandlung auf einen Zeitpunkt verlegen kannst, an dem du sie gut bewältigen kannst, z. B. wenn du etwas Ruhe bei der Arbeit hast oder du dir frei nehmen kannst.

Was sollte ich während einer IVF-Behandlung essen?

Während eines IVF-Zyklus ist es wichtig, auf gesunde, ausgewogene Mahlzeiten zu achten. Einer Studie zufolge kann eine mediterrane Ernährungsweise (mit viel Gemüse, Obst, Meeresfrüchten, Vollkornprodukten und Hülsenfrüchten) die Wahrscheinlichkeit eines erfolgreichen IVF-Zyklus erhöhen, insbesondere bei Frauen unter 35 Jahren, die nicht übergewichtig oder adipös sind. Obwohl weitere klinische Untersuchungen erforderlich sind, kann es von Vorteil sein, in den Wochen nach dem Zyklus auf eine gesunde Ernährung zu achten. Da sich die Ernährung auf die Spermienqualität auswirken kann, kann es ausserdem hilfreich sein, deinem Partner eine mediterrane Ernährung zu empfehlen.

Für eine gesunde und ausgewogene Ernährung wird der Verzehr von viel frischem Obst und Gemüse, mageren Eiweissquellen (wie Fisch und Geflügel) und Vollkornprodukten wie Quinoa, Farro und Vollkornnudeln empfohlen. Hülsenfrüchte, wie Bohnen, Kichererbsen und Linsen, können ebenfalls von Vorteil sein. Der Verzehr gesunder Fette aus Quellen wie Avocado, kaltgepresstem Olivenöl, Nüssen und Samen wird empfohlen. Gleichzeitig sollten stark verarbeitete Lebensmittel vermieden werden. Auch Salz sollte nur in geringem Masse verwendet werden, stattdessen sollte man die Mahlzeiten mit Kräutern und Gewürzen verfeinern.

Unterstützung in Anspruch nehmen

Psychologische Unterstützung ist in dieser körperlich und emotional schwierigen Zeit unerlässlich, sei es durch Freunde, Familie, Online-Gemeinschaften, Gruppentherapie oder private Beratungsdienste. Wenn du eine Therapie in Anspruch nehmen willst, suche dir eine Therapeutin bzw. einen Therapeuten, der auf Kinderwunsch spezialisiert ist. Du kannst auch Techniken zur Stressbewältigung wie Yoga, Atemarbeit oder geführte Meditation ausprobieren.

Fazit

Die IVF ist eine effektive assistierte Reproduktionstechnologie, die Paaren dabei hilft, ihren Kinderwunsch zu erfüllen. Bei diesem Verfahren wird eine Eizelle aus den Eierstöcken der Frau entnommen und in einem Labor mit Spermien befruchtet. Anschliessend wird die befruchtete Eizelle, der Embryo, in die Gebärmutter der Frau eingesetzt, wo er heranwächst.

Ein durchschnittlicher IVF-Zyklus dauert von der Beratung bis zum Transfer etwa vier bis sechs Wochen. Es ist wichtig zu bedenken, dass jeder Fall individuell ist und dass dein Weg je nach deinen besonderen Umständen und der Reaktion deines Körpers in den einzelnen Phasen unterschiedlich verlaufen kann. Deine Erfolgschancen bei einer IVF-Behandlung hängen von vielen Faktoren ab, z. B. von der Ursache der Unfruchtbarkeit, dem Alter und den Lebensgewohnheiten.

Zu den Risiken der IVF gehören Mehrlingsschwangerschaft, Eileiterschwangerschaft, ovarielles Überstimulationssyndrom oder Nebenwirkungen von Medikamenten. Ausserdem kann eine IVF emotional und körperlich anstrengend sein. Unter diesen Umständen empfiehlt es sich, psychologische Unterstützung in Anspruch zu nehmen.

Erfahre mehr über die Kosten einer IVF-Behandlung, oder sprich mit unseren empathischen Kinderwunschexpert*innen, um Informationen über die IVF und andere Behandlungen zu erhalten. Sichere dir jetzt dein kostenloses Beratungsgespräch.