Erfahre mehr über Bluttests zur Bestimmung der wichtigsten Hormone wie AMH, FSH und LH, um einen umfassenden Überblick über deine Fruchtbarkeit zu erhalten.

Der Weg zu einer Schwangerschaft kann steinig und unvorhersehbar sein. Wenn du bereits seit einiger Zeit einen unerfüllten Kinderwunsch hast, möchtest du nun vielleicht Unterstützung durch Kinderwunsch:expertinnen in Anspruch zu nehmen.

Von Unfruchtbarkeit spricht man, wenn Paare nach 12 Monaten (bei Frauen über 35 Jahren nach 6 Monaten) regelmässigen ungeschützten Geschlechtsverkehrs noch kein Kind zeugen konnten. Die Ursachen können sowohl beim Mann als auch bei der Frau oder beiden Partnern gleichermassen liegen. Die Gründe sind dabei vielfältig. Allerdings gibt es zahlreiche Untersuchungen zur Beurteilung der reproduktiven Gesundheit und zur Ermittlung möglicher Ursachen.

In diesem Artikel erläutern wir einige Grundlagen zu Bluttests zur Beurteilung deiner Fruchtbarkeit – von den verschiedenen Arten und Messmethoden bis hin zur Auswertung deiner persönlichen Ergebnisse –, damit du besser verstehst, wie dich diese Untersuchungen bei deiner Familienplanung unterstützen können.

Wann können Fruchtbarkeitstests sinnvoll sein?

Fruchtbarkeitstests sind ein wichtiger Schritt zur Beurteilung der reproduktiven Gesundheit und Funktion. Sie können empfohlen werden, wenn:

  • du und dein Partner nach einem Jahr regelmässig ungeschützten Geschlechtsverkehrs während der fruchtbaren Tage (bis zu sechs Tage vor dem Einsprung bis zum Eisprung an sich) noch kein Kind zeugen konntet.
  • du weiblich und über 35 Jahre alt bist und nach sechs Monaten regelmässigen ungeschützten Geschlechtsverkehrs noch nicht schwanger geworden bist.
  • bei dir eine Erkrankung oder Funktionsstörung diagnostiziert wurde, die dein Fortpflanzungssystem und deine Fruchtbarkeit beeinträchtigen. Bei Frauen kann es sich dabei unter anderem um Endometriose, polyzystisches Ovarialsyndrom (PCOS) oder Gebärmuttermyome handeln. Bei Männern können beispielsweise Hodenkrebs oder Hodenhochstand (Nichtabsteigen eines oder beider Hoden in den Hodensack) dahinterstecken.
  • du weiblich bist, in einer gleichgeschlechtlichen Beziehung bist und eine assistierte Therapie wie Intrazytoplasmatische Spermieninjektion (ICSI), In-vitro-Fertilisation (IVF), oder intrauterine Insemination (IUI) planst.
  • du eine geschlechtsangleichende Operation (Eingriffe zur Anpassung der primären oder sekundären Geschlechtsmerkmale, um der eigenen Geschlechtsidentität zu entsprechen) erwägst und die Möglichkeiten zur Erhaltung deiner Fruchtbarkeit prüfen möchtest.

Welche Arten von Fruchtbarkeitstests gibt es?

Neben Blut- und Hormontests sind gängige Methoden zur Beurteilung der Fruchtbarkeit Ovulationstests, Spermiogramme und bildgebende Untersuchungen wie ein transvaginaler Ultraschall oder Röntgenaufnahmen zur Beurteilung der Form der Gebärmutterhöhle und der Durchgängigkeit der Eileiter (Hysterosalpingogramm). Für weitere diagnostische Abklärungen können deine Kinderwunschexpert:innen minimalinvasive Eingriffe wie eine Bauchspiegelung (Laparoskopie), eine Spiegelung der Gebärmutterhöhle (Hysteroskopie) oder einen Gentest empfehlen.

Für wen sind Bluttests zur Feststellung der Fruchtbarkeit geeignet?

Bluttests zur Feststellung der Fruchtbarkeit sind sowohl für Frauen als auch für Männer geeignet, die Schwierigkeiten haben, schwanger zu werden bzw. ein Kind zu zeugen, oder deren Fruchtbarkeit aufgrund anderer Ursachen eingeschränkt ist. Ausserdem können sie bei Frauen eingesetzt werden, die ihre Eizellen einfrieren lassen möchten (Social Freezing). Mit diesen Tests können Ungleichgewichte im Hormonhaushalt festgestellt, die Hoden- und Eierstockfunktion bewertet und mögliche Fortpflanzungsstörungen ermittelt werden.

Gängige Bluttests zur Beurteilung der Fruchtbarkeit

Es gibt eine Reihe von Bluttests, die deine Kinderwunschexpert:innen zur Messung deines Hormonspiegels und zur Feststellung möglicher Einschränkungen der Fruchtbarkeit einsetzen können. In diesem Abschnitt gehen wir auf 10 der gängigsten Blut- und Hormontests ein.

Wichtig dabei ist, dass der normale Hormonspiegel von vielen Faktoren wie Geschlecht und Alter abhängt. Ausserdem sind die Ergebnisse einer Blutuntersuchung allein kein Mass für deine Fruchtbarkeit.

Follikelstimulierendes Hormon (FSH)-Test

Mit diesem Test wird der Spiegel des follikelstimulierenden Hormons (FSH) im Blut gemessen. FSH wird von der Hirnanhangdrüse (Hypophyse), einer etwa erbsengrossen Struktur im Gehirn, sowohl bei Männern als auch bei Frauen produziert.

Frauen

FSH regt die Eierstöcke an, Follikel (mit Flüssigkeit gefüllte Eibläschen, die unreife Eizellen enthalten) zu bilden. Ausserdem trägt es zur Regulierung des Menstruationszyklus bei.

Hohe FSH-Werte können auf das polyzystische Ovar-Syndrom (PCOS), primäre Ovarialinsuffizienz (POI), einen Eierstocktumor oder das Turner-Syndrom (eine genetische Störung, die die weibliche Entwicklung und Fruchtbarkeit beeinträchtigt) hinweisen. Niedrige FSH-Werte können ein Indikator für Fehlfunktionen der Hirnanhangsdrüse oder der Eierstöcke sein.

Männer

FSH stimuliert das Hodenwachstum und hilft bei der Regulierung der Spermienproduktion. Erhöhte FSH-Werte können auf eine geringere Spermienzahl hinweisen, möglicherweise aufgrund des Klinefelter-Syndroms (einer genetischen Störung, die die männliche Sexualentwicklung beeinträchtigt und häufig zu Unfruchtbarkeit führt). Niedrige Hormonwerte können auf Funktionsstörungen der Hypophyse oder des Hypothalamus hinweisen, was sich auf die Fruchtbarkeit auswirken kann.

Luteinisierendes Hormon (LH)-Test

Mit diesem Test wird die Menge des luteinisierenden Hormons (LH) im Blut gemessen. LH wird sowohl bei Männern als auch bei Frauen von der Hypophyse produziert und wirkt zusammen mit FSH, um die Fortpflanzungsprozesse in den Eierstöcken und Hoden in Gang zu setzen.

Frauen

LH löst den Eisprung aus, d. h. den Vorgang, bei dem einer der beiden Eierstöcke eine reife Eizelle (Ovum) freisetzt. LH regt auch die Bildung des Gelbkörpers an, einer temporären Drüse, die die Gebärmutter auf eine Schwangerschaft vorbereitet, indem sie Östrogen und Progesteron produziert.

Erhöhte LH-Werte könnten auf PCOS hinweisen, was sich nachteilig auf die Fruchtbarkeit auswirken kann. Niedrige LH-Werte können bedeuten, dass kein Eisprung stattfindet, was auf eine vorzeitige Menopause oder eine hypothalamische Dysfunktion (eine Fehlfunktion des Hypothalamus, der die Hypophyse und das Nervensystem mitreguliert) hinweisen könnte.

Männer

LH regt die Leydig-Zellen in den Hoden zur Produktion von Testosteron an, das für eine normale Spermienproduktion unerlässlich ist. Ein hoher LH-Spiegel könnte darauf hindeuten, dass die Leydig-Zellen nicht richtig funktionieren oder dass das Klinefelter-Syndrom vorliegt. Wie auch bei der Frau können niedrige LH-Werte darauf hinweisen, dass der Hypothalamus nicht richtig funktioniert, was die Zeugungsfähigkeit einschränken kann.

Anti-Müller-Hormon (AMH)-Test

Mit diesem Test wird die Menge des Anti-Müller-Hormons (AMH) im Blut gemessen. AMH wird in den Eierstöcken und Hoden gebildet. Während AMH eine Komponente der männlichen Sexualfunktion ist, wird ein AMH-Test in erster Linie zur Beurteilung der weiblichen reproduktiven Gesundheit und Fruchtbarkeit verwendet.

Frauen

AMH hilft bei der Regulierung der Entwicklung der Eierstockfollikel vor dem Eisprung. Mit einem AMH-Test kann die Anzahl der Eizellen in den Eierstöcken bestimmt werden, was als Indikator für die Eierstockreserve dient und Aufschluss darüber gibt, ob in den Eierstöcken Eizellen produziert werden, die befruchtet werden können. Hohe AMH-Werte können ein Indikator für PCOS sein, während niedrige AMH-Werte auf eine verminderte Fruchtbarkeit hindeuten können.

Östradiol (E2)-Test

Mit diesem Test wird die Menge des Östrogenhormons Östradiol (E2) im Blut gemessen. Östradiol wird hauptsächlich von den Eierstöcken und Hoden produziert.

Frauen

Während des Menstruationszyklus bewirkt E2 einen Anstieg von LH und löst so den Eisprung aus. E2 stimuliert auch das Gewebewachstum der Fortpflanzungsorgane, einschliesslich der Gebärmutterschleimhaut (Endometrium), der Eileiter, der Vagina und der Zervixdrüsen. Niedrige E2-Werte können auf eine frühe Menopause oder Einschränkungen der Fruchtbarkeit hinweisen, während hohe Werte auf Erkrankungen wie PCOS hindeuten können.

Männer

Bei Männern ist Östradiol ein wichtiges Hormon für die Spermienproduktion, die Libido und die Erektionsfähigkeit. In Verbindung mit anderen Hormonstörungen kann ein hoher E2-Spiegel zu Erektionsstörungen und Unfruchtbarkeit führen. Niedrige E2-Werte weisen auf eine hormonelle Störung hin, die sich ebenfalls auf die sexuelle Funktion auswirken und zu männlicher Unfruchtbarkeit beitragen kann.

Prolaktin-Test

Mit diesem Test wird die Menge des Hormons Prolaktin im Blut gemessen. Prolaktin wird ebenfalls in der Hirnanhangdrüse gebildet und ist bei Männern sowie Frauen, die nicht schwanger sind oder stillen, im Allgemeinen niedrig. Aus diesem Grund sind niedrige Prolaktinwerte für gewöhnlich kein Grund zur Sorge.

Frauen

Prolaktin steuert die Milchproduktion (Laktation) bei schwangeren oder stillenden Frauen und spielt eine Rolle bei der Regulierung des Eisprungs. Ein hoher Prolaktinspiegel (Hyperprolaktinämie) kann auf eine Fehlfunktion der Schilddrüse, PCOS oder ein Prolaktinom (ein allgemein gutartiger Tumor, der die Hormonproduktion beeinflussen kann) hinweisen.

Männer

Prolaktin ist wichtig für die Libido und die Erektionsfähigkeit eines Mannes. Ein hoher Prolaktinspiegel kann unter anderem auf Störungen der Schilddrüsenfunktion oder auf ein Prolaktinom hinweisen.

Progesteron-Test

Mit diesem Test wird die Menge des Hormons Progesteron im Blut bestimmt.

Frauen

Bei Frauen wird Progesteron hauptsächlich vom Gelbkörper produziert. Progesteron bereitet die Gebärmutter auf eine befruchtete Eizelle vor, indem es das Gewebe, das die Innenseite der Gebärmutter auskleidet (Endometriumgewebe), zur Verdickung anregt.

Ein hoher Progesteronspiegel ist normalerweise nicht besorgniserregend, kann aber in manchen Fällen auf eine Fehlfunktion der Nebennieren oder Eierstockzysten hinweisen. Niedrige Progesteronwerte können darauf hindeuten, dass der Eisprung unregelmässig stattfindet, was das Schwangerwerden erschweren kann.

Männer

Bei Männern wird Progesteron in den Nebennieren, die sich oberhalb der Nieren befinden, und in den Hoden produziert. Progesteron fungiert als Vorläufer von Testosteron und trägt zur Aufrechterhaltung des Gleichgewichts zwischen Östrogenen und Testosteron bei. Da Progesteron an der Regulierung anderer Hormone beteiligt ist, können sich Werte ausserhalb der Norm auf die Libido, die Spermienproduktion und die Erektionsfähigkeit auswirken.

Test auf schilddrüsenstimulierendes Hormon (TSH)

Mit diesem Test wird die Funktionsfähigkeit der Schilddrüse beurteilt, indem der Spiegel des schilddrüsenstimulierenden Hormons (TSH) im Blut gemessen wird. TSH ist ein von der Hirnanhangsdrüse produziertes Hormon, das die Fruchtbarkeit bei Männern und Frauen reguliert, indem es die Produktion der beiden Schilddrüsenhormone anregt. Schilddrüsenhormone werden von der Schilddrüse, einer kleinen Drüse an der Vorderseite des Halses, produziert und sind für alle wichtigen Prozesse im Körper entscheidend.

Frauen

Schilddrüsenhormone sind unter anderem für die Regulierung der Funktion und Entwicklung des Fortpflanzungsgewebes in den Eierstöcken und der Gebärmutter verantwortlich. Ausserdem stehen sie in Wechselwirkung mit anderen Hormonen und tragen zur Aufrechterhaltung des hormonellen Gleichgewichts bei. Niedrige TSH-Werte können auf einen Überschuss an Schilddrüsenhormonen (Hyperthyreose) hinweisen. Hohe Werte dagegen können auf einen Mangel (Hypothyreose) schliessen lassen. Beides kann sich nachteilig auf deinen Fortpflanzungszyklus und deine Fruchtbarkeit auswirken.

Männer

Im männlichen Fortpflanzungssystem beeinflussen die Schilddrüsenhormone die Entwicklung der Hoden und tragen zur Produktion von Spermien bei (auch als Spermatogenese bezeichnet). TSH-Werte ausserhalb der Norm können auf ein Ungleichgewicht der Schilddrüsenhormone hinweisen, das zu Problemen bei der Spermienproduktion und -funktion führen kann.

Testosteron-Test

Mit diesem Test wird der Testosteronspiegel im Blut gemessen. Testosteron ist sowohl für Männer als auch für Frauen wichtig und wird in den Hoden, den Eierstöcken und den Nebennieren produziert.

Frauen

Bei Frauen ist Testosteron ein wichtiges Hormon für die Funktion der Eierstöcke und die Knochenstärke. Ein hoher Testosteronspiegel kann auf PCOS hinweisen, was die Fruchtbarkeit beeinträchtigen kann. Niedrige Werte können ein Indikator für Fehlfunktionen des Hypothalamus, der Hypophyse oder der Nebennieren sein.

Männer

Als wichtigstes männliches Sexualhormon ist Testosteron für die sexuelle Entwicklung des Mannes, die Produktion von Spermien und die Zeugungsfähigkeit verantwortlich. Ein unausgewogener Testosteronspiegel kann zu Unfruchtbarkeit führen, da er die Spermienproduktion vermindert und die Beweglichkeit der Spermien (Motilität) beeinträchtigt.

Niedrige Werte können auf ein Problem mit den Hoden, eine Funktionsstörung der Hypophyse oder des Hypothalamus oder auf eine genetische Erkrankung hinweisen. Seltener können hohe Werte auf das Vorhandensein eines Nebennieren- oder Hodentumors (die allgemein gutartig sind) oder auf den übermässigen Gebrauch von Anabolika hinweisen.

Test auf Sexualhormon-bindendes Globulin (SHBG)

Mit diesem Test wird der Hormonspiegel an Sexualhormon-bindendem Globulin (SHBG) im Blut gemessen. Ein SHBG-Test kann im Anschluss an einen Testosterontest durchgeführt werden, um mögliche Ursachen für verminderte Libido, erektile Dysfunktion (Männer) und Unfruchtbarkeit zu ermitteln.

SHBG ist ein Protein, das bei Männern und Frauen hauptsächlich von der Leber produziert wird und für die Regulierung von drei Sexualhormonen verantwortlich ist: Testosteron, Östradiol (E2) und Dihydrotestosteron (DHT). SHBG transportiert diese Hormone in inaktiver Form an ihren Bestimmungsort und setzt sie dort frei. Sobald sie freigesetzt sind, können diese Sexualhormone andere Prozesse anregen.

Ein zu hoher bzw. zu niedriger SHBG-Spiegel kann zu einem hormonellen Ungleichgewicht führen, wodurch Fruchtbarkeit und Fortpflanzungsfähigkeit beeinträchtigt werden können.

Frauen

Bei Frauen kann ein hoher SHBG-Spiegel mit einer Reihe von Problemen zusammenhängen, z. B. mit Lebererkrankungen, einer übermässig aktiven Schilddrüse (Hyperthyreose), Anorexia nervosa, einem erhöhten Prolaktinspiegel (Hyperprolaktinämie) oder einem niedrigen Testosteronspiegel. Ein hoher SHBG-Wert kann auch durch die Einnahme von Östrogenpräparaten beeinflusst werden.

Niedrige SHBG-Werte können auf PCOS, eine Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose), Steroidübergebrauch, Diabetes mellitus Typ 2, hohe Testosteronwerte und Probleme mit den Nebennieren hinweisen.

Männer

Bei Männern kann ein hoher SHBG-Wert auch auf eine Lebererkrankung, eine Schilddrüsenüberfunktion, Essstörungen, eine Hyperprolaktinämie und einen niedrigen Testosteronspiegel hinweisen. Niedrige SHBG-Werte können ein Indikator für eine Unterfunktion der Schilddrüse, Steroidübergebrauch, Typ-2-Diabetes oder Störungen der Nebennieren sein.

Dehydroepiandrosteronsulfat-Test (DHEAS)

Dieser Test misst die Menge des Hormons Dehydroepiandrosteronsulfat (DHEAS) im Blut. DHEAS wird hauptsächlich von den Nebennieren und in geringerem Masse von den Hoden und den Eierstöcken produziert. Es ist ein Hormon, das der Körper in die zwei männlichen Sexualhormone (Androgene) Testosteron und Androstendion sowie in die weiblichen Geschlechtshormone (Östrogene) umwandelt. DHEAS ist wichtig für die Fruchtbarkeit, die Fortpflanzungsfähigkeit und die männliche Sexualentwicklung.

Falls der Hormonspiegel dieser Hormone bei dir ausserhalb der Referenzwerte liegt, können deine Kinderwunschexpert:innen einen DHEAS-Test durchführen, um zu prüfen, ob deine Nebennieren korrekt funktionieren, um deine primären Geschlechtsorgane (Hoden oder Eierstöcke) zu beurteilen oder um Tumore der Nebennieren zu erkennen. Dieser Test wird im Allgemeinen nach anderen Sexualhormontests und möglicherweise in Kombination mit anderen Tests, wie z. B. einem SHBG-Test, durchgeführt.

Frauen

Bei Frauen kann ein erhöhter DHEAS-Spiegel zu Hyperandrogenämie führen, womit eine erhöhte Konzentration von männlichen Sexualhormonen beschrieben wird. Dies kann zu unregelmässigen Regelblutungen, übermässigem Haarwuchs (Hirutismus), Akne, Haarausfall (Alopezie) und der Entwicklung männlicher Geschlechtsmerkmale (Virilisierung) führen. Hyperandrogenismus ist ein charakteristisches Merkmal von PCOS.

Neben Hyperandrogenämie und PCOS können hohe DHEAS-Werte auch auf Störungen der Nebennieren oder Eierstockkrebs hinweisen. Niedrige DHEAS-Werte können auf Morbus Addison oder einen Tumor in der Hypophyse hinweisen.

Männer

Obwohl Männer mit aussergewöhnlich hohen DHEAS-Spiegeln möglicherweise keine Symptome zeigen, kann dies einen negativen Einfluss auf die Zeugungsfähigkeit haben. Hohe DHEAS-Werte können auf Störungen der Nebennieren hinweisen, während niedrige DHEAS-Werte auf Morbus Addison oder einen Tumor in der Hypophyse hindeuten können.

Der Ablauf einer Blutuntersuchung zur Bestimmung der Fruchtbarkeit

Beratungsgespräch

Der erste Schritt zu einer Fruchtbarkeitsuntersuchung besteht darin, einen Termin mit unseren Kinderwunschexpert:innen zu vereinbaren. Für die erste Beratung zur Bestimmung eurer Fruchtbarkeit vereinbart ihr einen Termin in der Klinik, bei dem ein Bluttest und eine Ultraschalluntersuchung durchgeführt werden.

Während des Vorgesprächs wird deine Ärztin dich und deinen Partner zu folgenden Themen befragen:

  • Krankengeschichte und Lebensstil
  • Symptome (z. B. ein unregelmässiger Menstruationszyklus oder eine eingeschränkte sexuelle Funktion)
  • Medikamente, Vitamine oder Nahrungsergänzungsmittel

Nach eurem Gespräch mit dem Arzt wird euch Blut abgenommen. Um weitere Diagnosen bezüglich eurer Fruchtbarkeit stellen zu können, können die Ärzt:innen weitere unterstützende Tests empfehlen, z. B. eine körperliche Untersuchung oder ein Spermiogramm.

Vorbereitung

Um möglichst gut auf den Bluttest vorbereitet zu sein, solltet ihr bei eurem ersten Beratungsgespräch folgende Informationen bereithalten:

  • Informiert eure Ärzt:innen über alle Medikamente, Vitamine oder Nahrungsergänzungsmittel, die ihr einnehmt. Bestimmte Medikamente können sich auf die Testergebnisse auswirken oder zu Komplikationen führen. Daher ist es wichtig, dass ihr euch mit den Kinderwunschärzt:innen darüber austauscht.
  • Als Frau solltest du über deinen Menstruationszyklus Bescheid wissen. Einige Tests, wie z. B. der FSH-Test, müssen in einem bestimmten Zeitfenster innerhalb des Zyklus durchgeführt werden, um den Hormonspiegel genau zu bestimmen. Aus diesem Grund solltest du deine Kinderwunschexpert:innen vor dem Termin zur Blutabnahme darüber informieren, in welchem Zyklustag zu dich befindest.

Bluttest

Die Blutabnahme dauert nur wenige Minuten, und es sind nur minimale Einschränkungen oder Nebenwirkungen zu befürchten.

An der Stelle der Blutentnahme kann es zu leichten Blutergüssen kommen, da die Kapillaren in der Nähe der Einstichstelle leicht verletzt werden. Dies sollte innerhalb weniger Tage abklingen.

Nach Abschluss des Tests vereinbart ihr einen Termin, um die Testergebnisse mit euren Kinderwunschärzt:innen zu besprechen und über weitere Tests oder Behandlungsmöglichkeiten zu beraten.

Testergebnisse und Auswertung

Eure Testergebnisse liegen im Normalfall innerhalb einer Woche nach dem Test vor.

Es ist wichtig, daran zu denken, dass eure Ergebnisse allein die Ursachen der Unfruchtbarkeit weder bestätigen noch ausschliessen. Bei der Auswertung in der Kinderwunschklinik werden eure Kinderwunschärzt:innen den Befund im Detail mit euch besprechen und euch Hinweise für weitere Untersuchungen und Behandlungsmöglichkeiten geben.

Wer trägt die Kosten für die Bluttests?

Einen umfassenden Überblick über die Kosten und Finanzierungsmöglichkeiten erhältst du in deiner nächstgelegenen Cada-Klinik.

Fazit

Bluttests zur Bestimmung des Hormonstatus sind ein wichtiger Schritt, um mögliche Ursachen der Unfruchtbarkeit zu ermitteln und Paare oder Einzelpersonen bei möglichen Behandlungsoptionen zu unterstützen, die das Ergebnis der Fruchtbarkeit verbessern können. Durch einen Hormonbluttest während eures ersten Beratungsgesprächs erhaltet ihr Informationen, die euch dabei helfen, fundierte Entscheidungen über die Behandlung zu treffen.

Bei der Vereinbarung eures Termins ist es wichtig, eure Ärzt:innen über alle Medikamente, Vitamine oder Nahrungsergänzungsmittel, die ihr einnehmt, zu informieren. Als Frau solltest du auch Auskunft darüber geben können, in welcher Phase deines Menstruationszyklus du dich aktuell befindest, da dies Auswirkungen auf den Zeitpunkt der Blutentnahme haben kann. Die Blutabnahme dauert nur wenige Minuten, und die Ergebnisse liegen normalerweise innerhalb einer Woche vor. Nach Erhalt der Ergebnisse werdet ihr einen Folgetermin mit euren Kinderwunschexpert:innen vereinbaren, um weitere Tests oder Behandlungsmöglichkeiten zu besprechen.

Fruchtbarkeitstests sind keine Pauschallösung. Das Vorhandensein oder Fehlen bestimmter Fruchtbarkeitsmarker deutet nicht immer auf eine Unfruchtbarkeit hin. Durch die Kombination verschiedener Tests mit Gesprächen über eure Krankengeschichte und euren Lebensstil können eure Kinderwunschexpert:innen euch eine möglichst umfassende Betreuung bieten.

Ganz gleich, ob ihr euch noch ganz am Anfang auf dem Weg zur Familienplanung steht oder bereits in Behandlung seid, unsere Kinderwunschspezialist:innen können euch durch Fruchtbarkeitstests begleiten und die am besten geeigneten Kinderwunschbehandlungen finden. Vereinbart noch heute einen Termin in unserer Kinderwunschklinik für ein kostenloses Beratungsgespräch.