In diesem Artikel erfährst du mehr über das PCO-Syndrom (PCOS), die Symptome und Ursachen und wie du auf natürliche Weise die Erkrankung mildern und deine Fruchtbarkeit positiv beeinflussen kannst.

Hast du einen unerfüllten Kinderwunsch bedingt durch das polyzystische Ovarialsyndrom (PCO-Syndrom oder PCOS)? Eine PCOS-Diagnose kann dazu führen, dass du dich hilflos fühlst oder Angst hast, nicht schwanger werden zu können. Frauen, bei denen das PCO-Syndrom festgestellt wird, können durchaus schwanger werden, allerdings ist hier der Umgang mit dem Syndrom entscheidend.

In diesem Artikel erfährst du mehr über das PCO-Syndrom, die Symptome und Ursachen und wie du auf natürliche Weise die Erkrankung mildern und deine Fruchtbarkeit positiv beeinflussen kannst.

Was ist das PCO-Syndrom?

Das polyzystische Ovarsyndrom ist die häufigste Hormonstörung bei Frauen im gebärfähigen Alter, wobei einige Studien darauf hindeuten, dass 6–20 % dieser Altersgruppe von der Krankheit betroffen sind.

Das PCO-Syndrom ist in erster Linie Ergebnis eines hormonellen Ungleichgewichts, d. h. eines Überschusses an luteinisierendem Hormon (LH) und eines Mangels an follikelstimulierendem Hormon (FSH), die von der Hypophyse im Gehirn ausgeschüttet werden, was sich direkt auf das Wachstum und die Reifung der Eibläschen (Follikel) auswirkt und folglich den Eisprung beeinträchtigt. Infolgedessen kommt es bei Frauen häufig zu einem unregelmässigen Eisprung und Menstruationszyklus (Anovulation) sowie einer Anhäufung unreifer Eizellen, was zu polyzystischen Ovarien und zu hohen Androgenspiegeln (Hyperandrogenismus) führt.

PCOS wirkt sich nicht nur auf das Fortpflanzungssystem aus. PCOS-Patientinnen haben auch ein erhöhtes Risiko für das metabolische Syndrom und psychische Erkrankungen (siehe Anzeichen des PCO-Syndroms) aufweisen. Daher kann eine frühzeitige Diagnose entscheidend sein, um das Syndrom in den Griff zu bekommen und eine Verschlimmerung der Symptome zu verhindern.

Wodurch wird das PCO-Syndrom verursacht?

Die genaue Ursache von PCOS ist noch nicht bekannt, doch vermutlich ist sie auf eine Kombination aus verschiedenen Faktoren zurückzuführen. Wissenschaftler:innen haben längst nachgewiesen, dass es verschiedene erbliche und umweltbedingte Faktoren gibt, die die Erkrankung auslösen können. Vieles deutet darauf hin, dass ein hoher Insulinspiegel aufgrund von Insulinresistenz, Übergewicht, hohen Konzentrationen verschiedener Androgene (männliche Geschlechtshormone) und geringgradigen Entzündungen die Entwicklung und die Folgekomplikationen der Erkrankung beeinflussen können.

Anzeichen des PCO-Syndroms

Es ist nicht ungewöhnlich, dass betroffene Frauen in erster Linie unter einem unregelmässigen Zyklus leiden, da dies häufig das erste Symptom ist, von dem sie berichten. Allerdings treten die Symptome bei allen Frauen in unterschiedlicher Stärke auf. Faktoren wie Alter, ethnische Zugehörigkeit und allgemeiner Gesundheitszustand können die typischen Symptome beeinflussen.

In diesem Video erklärt unsere Gynäkologin Dr. Corinna Heitmann, was man unter PCOS versteht und welche Symptome auftreten können:

Folgende Symptome sind typisch für PCOS:

  • Zyklusstörungen – entweder bleiben die Regelblutungen aus (Amenorrhoe), finden selten statt (Oligomenorrhö) oder die Perioden dauern länger als im Durchschnitt (Menorrhagie)
  • Starke Monatsblutungen
  • Unerwünschter Haarwuchs (bekannt als Hirsutismus), insbesondere vermehrte Körperbehaarung und Behaarung im Gesicht
  • Gewichtszunahme
  • Akne
  • Erblich bedingter Haarausfall (ausgelöst durch Hyperandrogenämie bzw. zu viele männliche Hormone)
  • Unfruchtbarkeit
  • Schmerzen im Beckenbereich
  • Stimmungsschwankungen
  • Schlafprobleme
  • Depressionen und Angstzustände

Möglicherweise treten nicht alle der oben genannten Symptome bei dir auf. Das Führen eines Tagebuchs und die Beobachtung der Häufigkeit und Stärke der Symptome im Laufe der Zeit, insbesondere während des Menstruationszyklus, kann dir jedoch wichtige Informationen darüber liefern, wie du gemeinsam mit deinen Kinderwunschexpert:innen die Erkrankung in den Griff bekommen kannst.

Mögliche Komplikationen im Zusammenhang mit der Erkrankung

Wenn das Syndrom unerkannt bleibt oder fortschreitet, können weitere Komplikationen auftreten. Wenn du weisst, welche Komplikationen sich aus der Erkrankung ergeben können, kannst du einen vernünftigen Therapieansatz für den Umgang mit ihr finden. Einige Komplikationen des PCO-Syndroms sind:

  • Unfruchtbarkeit – Bei PCOS-Patientinnen ist die Wahrscheinlichkeit 15-mal höher, von Unfruchtbarkeit betroffen zu sein, als bei Frauen ohne diese Erkrankung. Eine medikamentöse Behandlung ist bei Frauen mit PCO-Syndrom um ein Drittel häufiger.
  • Schwangerschaftsdiabetes oder schwangerschaftsbedingter Bluthochdruck
  • Fehlgeburten oder Frühgeburten
  • Stoffwechselstörungen – Frauen mit PCO-Syndrom haben ein erhöhtes Risiko für Bluthochdruck, einen erhöhten Blutzuckerspiegel und höhere Cholesterin- oder Triglyceridwerte, was das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen deutlich erhöhen kann
  • Chronische Erkrankungen des Zuckerstoffwechsels wie Diabetes mellitus Typ 2
  • Übergewicht – Übergewicht ist sowohl eine Begleiterscheinung von PCO als auch ein wesentlicher Risikofaktor, da Frauen mit PCO-Syndrom im Vergleich zu schlankeren Frauen einen wesentlich höheren Androgenspiegel aufweisen, was sich auf die Fruchtbarkeit auswirkt. Auch die Ergebnisse der Ovulationsinduktion können dadurch negativ beeinflusst werden.
  • Schlafstörungen und obstruktive Schlafapnoe.
  • Nicht-alkoholische Fettleber – Eine Ansammlung von Fettsäuren in den Leberzellen, die zu Fibrose, Zirrhose und Leberkrebs führen kann.
  • Psychische Auswirkungen – Depressionen, Angstzustände, Essstörungen, geringes Selbstwertgefühl, negatives Körperbild
  • Gebärmutterschleimhautkrebs

Deine Kinderwunschexpert:innen geben dir gerne weiterführende Informationen.

Wann solltest du eine Ärztin oder einen Arzt aufsuchen?

Wenn du unter einem der oben genannten Symptome leidest, insbesondere unter unregelmässigen Perioden, Amenorrhoe und Unfruchtbarkeit, und bei dir noch kein PCO-Syndrom diagnostiziert wurde, ist es ratsam, einen Termin bei deiner Gynäkologin oder deinem Gynäkologen zu vereinbaren, um Aufschluss über deine Fruchtbarkeit zu bekommen.

Deine betreuenden Expert:innen im Bereich der Gynäkologie werden die erforderlichen Untersuchungen durchführen, die in der Regel eine gynäkologische Untersuchung, Labortests zur Bestimmung des Hormonhaushalts und eine Ultraschalluntersuchung der Eierstöcke sowie der Dicke der Gebärmutterschleimhaut umfassen. Die endgültige Diagnose wird nach dem Ausschluss anderer Ursachen für Anovulation, unregelmässige Menstruationszyklen und erhöhte Androgenspiegel gestellt.

Was ist die beste Behandlungsmethode, um trotz PCO-Syndrom schwanger zu werden?

Leider gibt es derzeit kein spezifisches Heilmittel für das Syndrom, vor allem aufgrund der Komplexität der Erkrankung und der unbekannten Mechanismen, die sie auslösen. Eine frühzeitige Diagnose und eine korrekte Behandlung sind unerlässlich, um zu verhindern, dass sich die Symptome zu schweren Komplikationen entwickeln, und um deinen Gesundheitszustand zu optimieren.

Falls bei dir das PCO-Syndrom diagnostiziert wurde, bestehen die übergeordneten Ziele der Therapie – ob durch eine Änderung des Lebensstils oder medikamentöse Behandlung – darin, die durch die Hyperandrogenämie (erhöhte Produktion an männlichen Hormonen oder auch Androgenen) verursachten Symptome zu lindern, Stoffwechselstörungen durch Verringerung des Risikos für Diabetes mellitus Typ 2 und Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu behandeln, eine stabile Schwangerschaft durch die Stabilisierung deines Menstruationszyklus herbeizuführen und die allgemeine Verbesserung deines Wohlbefindens nicht nur für die unmittelbare Zukunft, sondern auch auf lange Sicht, anzustreben.

Hierfür solltest du im Idealfall von einem multidisziplinären Team betreut werden, das dich zunächst über Massnahmen zur Änderung deines Lebensstils berät und erst dann, falls erforderlich, Strategien für den Einsatz von Medikamenten zur Förderung der Fruchtbarkeit entwickelt, um die Symptome des PCO-Syndroms zu lindern und die Chancen auf eine Schwangerschaft zu erhöhen. In den folgenden Abschnitten wird auf jede dieser Behandlungsstrategien eingegangen.

Änderungen des Lebensstils: Wie kann man mit PCO-Syndorm natürlich schwanger werden?

Änderungen des Lebensstils, wie eine Ernährungsumstellung, Bewegung, Verhaltensstrategien oder Psychotherapie, sind die Behandlungsoptionen der ersten Wahl und können Anovulation, Fruchtbarkeit und Symptome des PCO-Syndroms deutlich verbessern. Diese Massnahmen sind ausserdem kosteneffizient, leicht umzusetzen und für alle zugänglich. Da viele Frauen mit PCOS unter Übergewicht leiden, sind Gewichtsabnahme und eine Ernährungsumstellung die ersten Schritte.

Gewichtsabnahme: Übergewicht kann die Chancen einer Frau, auf natürlichem Wege schwanger zu werden, erheblich beeinträchtigen, ein erhöhtes Risiko für Fehlgeburt bergen und langfristige Auswirkungen auf die Gesundheit von Mutter und Kind haben. Bei Frauen, die von Übergewicht betroffen sind, können während der Schwangerschaft Schwangerschaftsdiabetes, Bluthochdruck und Komplikationen bei der Entbindung auftreten; dies alles wird bei Frauen mit Insulinresistenz und PCOS noch verstärkt.

  • PCO-Patientinnen wird eine Gewichtsabnahme ab einem BMI von >25 empfohlen.
  • Diese sollte zwischen zwischen 5–10 % betragen, was klinische Vorteile haben kann, die zur Verbesserung des psychologischen Zustands sowie der reproduktiven und metabolischen Funktionen beitragen.
  • Der Gewichtsverlust sollte in kleinen, erreichbaren und realistischen Schritten erfolgen, gemessen an der aktuellen Lebenssituation der Frau unter Berücksichtigung ihres allgemeinen Gesundheitszustands, anderer Erkrankungen, ihrer Mobilität und Unverträglichkeiten.
  • Er sollte aus einer Kombination von Ernährungsumstellung und Bewegung (siehe unten) bestehen.

Ernährungsumstellung: Auch bei Frauen, die nicht übergewichtig sind, kann eine gesunde Ernährung dazu beitragen, Zyklusstörungen zu regulieren und ihre Gesundheit und Fruchtbarkeit zu optimieren. Hier kannst du verschiedene Ernährungsformen miteinander kombinieren, sofern sie deine Gesundheit nicht gefährden, die richtige Menge an Nährstoffen enthalten und langfristig durchgehalten werden können (um eine erneute Gewichtszunahme zu verhindern). Von Modediäten ist abzuraten, da das Risiko einer schnellen Gewichtszunahme besteht, wenn die Diät nicht eingehalten wird.

Darauf solltest du idealerweise bei deiner Ernährung zur Gewichtsabnahme achten:

  • Eine ballaststoffreiche Ernährung, die reich an Vollkornprodukten, Getreide, Obst und Gemüse ist
  • Essenzielle Fettsäuren
  • Reduktion der Kohlenhydratzufuhr, was den Insulinspiegel senken und die Gewichtsbilanz verbessern kann
  • Mässige Eiweisszufuhr (Eier, Nüsse, Milchprodukte, Fleisch und Meeresfrüchte)
  • Mässige Reduktion der Kalorienzufuhr um 500-1000 kcal/Tag, wobei von einer Unterernährung abzuraten ist
  • Gesunde Darmbakterien können zu einem gesunden Körpergewicht beitragen und den Stoffwechsel regulieren. Frauen mit PCO-Syndrom sollten versuchen, Lebensmittel mit hohem Probiotikagehalt (Joghurt, Kefir) zu sich zu nehmen, um ein gesundes Darmmilieu aufrechtzuerhalten.
  • Reduktion zuckerhaltiger Getränke, der Portionsgrössen und stark verarbeiteter Lebensmittel

Jede Ernährungsform sollte mit deinen Gesundheitsdienstleister:innen besprochen werden; idealerweise sollten sie auf reproduktive Gesundheit spezialisiert sein.

Bewegung: Auch ohne Gewichtsverlust kann Bewegung das durch das PCO-Syndrom bedingte metabolische Syndrom (Bluthochdruck, Insulinresistenz und hoher Blutzuckerspiegel) reduzieren. Bewegung kann die Körperzusammensetzung verbessern, die Insulinempfindlichkeit erhöhen, Entzündungen verringern, das Risiko von Herzerkrankungen senken und die Stimmung heben. Am besten ist es, Bewegung und eine gesunde Ernährung miteinander zu kombinieren.

Wenn du am PCO-Syndrom leidest, empfiehlt sich:

  • Moderates Aerobic-Training mit geringer Intensität kann eine Reduzierung des Gewichts und des BMI bewirken.
  • Intervalltraining mit hoher Intensität (HIIT) dreimal pro Woche kann dazu beitragen, die metabolischen Merkmale der PCOS-Symptome zu verbessern.
  • Moderates Training drei- bis fünfmal pro Woche. Hier solltest du ein realistisches Ziel verfolgen, falls es dir, besonders am Anfang, zu viel erscheint.
  • Wähle Übungen aus, die dir gut tun, und beginne langsam. Versuche es mit Yoga oder Pilates für die körperliche und geistige Balance oder mit leichtem Laufen, Spazierengehen, Schwimmen oder Aqua-Fitness.

Vor dem Training sollte das Trainingsprogramm auf deinen BMI und Gesundheitszustand abgestimmt werden. Intensität, Art und Häufigkeit sollten mit dem ärztlichen Fachpersonal und einer Personal Trainerin oder einem Personal Trainer besprochen werden.

Nahrungsergänzungsmittel: Einigen Frauen wird zur Einnahme von Vitaminpräparaten geraten, um die Symptome des PCO-Syndroms zu lindern. Im Allgemeinen ist eine ausgewogene Versorgung mit den Vitaminen der Gruppen A, B, D und E sowie mit Mineralstoffen wie Kalzium, Selen, Magnesium und Zink für alle Frauen sinnvoll.

Psychosoziale Therapie: Die Behandlung psychologischer und psychiatrischer Erkrankungen (Angstzustände, Depressionen, geringes Selbstwertgefühl) durch Beratung und Therapie sollte ebenfalls im Vordergrund stehen.

Die Förderung des psychischen Wohlbefindens und der psychischen Verfassung einer Frau kann sich deutlich auf den Körper auswirken und somit den Erfolg weiterer Änderungen des Lebensstils wie Bewegung und Ernährung beeinflussen. Psycholog:innen, die auf Unfruchtbarkeit und Gynäkologie spezialisiert sind, können Aufklärung und psychosoziale Beratung anbieten.

Ärztliche Behandlung: Was kann dir deine Ärztin oder dein Arzt verschreiben?

Angenommen, du hast alle Massnahmen zur Verbesserung deines Lebensstils ausprobiert, kannst aber trotzdem nicht schwanger werden. In diesem Fall kann dir deine Ärztin oder dein Arzt Medikamente zur Verbesserung deiner Fruchtbarkeit verschreiben, die in der Regel Frauen mit einem BMI unter 35 (bzw. unter 30, wenn du jünger als 37 Jahre bist) vorbehalten sind.

Das Hauptziel der medikamentösen Behandlung von Frauen mit PCO-Syndrom besteht darin, das Wachstum und den regelmässigen Eisprung einer reifen Eizelle zu fördern, die auf natürlichem Wege oder durch eine künstliche Befruchtung wie eine In-vitro-Fertilisation (IVF) befruchtet werden kann.

Bei der Verwendung von Medikamenten zur Ovulationsinduktion muss darauf geachtet werden, dass kein ovarielles Hyperstimulationssyndrom ausgelöst wird.

Bariatrische Chirurgie: Für Frauen, die trotz aller verfügbaren Massnahmen zur Verbesserung ihres Lebensstils immer noch übergewichtig sind (BMI >35), können Ärzt:innen ihren Patientinnen eine bariatrische Operation empfehlen (chirurgische Verkleinerung des Magens, mit dem Ziel einer Gewichtsreduktion), die sich positiv auf die Fruchtbarkeit auswirken und Hirsutismus, Hormonstörungen und Insulinresistenz verbessern kann. Sie müssen vorab über die Risiken eines invasiven Eingriffs informiert werden. Es wird empfohlen, die betroffenen Frauen nach dem Eingriff engmaschig zu überwachen und eine Schwangerschaft während der Zeit des drastischen Gewichtsverlusts sowie bis 6–12 Monate nach dem Eingriff zu vermeiden.

Mögliche Nebenwirkungen: unzureichende Nährstoffaufnahme, Infektionen, Blutungen an der Operationsstelle.

Letrozol ist ein Aromatasehemmer und die erste Wahl bei der Behandlung des medikamentös ausgelösten Eisprungs, da es im Vergleich zu anderen ovulationsauslösenden Medikamenten eine hohe Ovulationsrate, eine hohe Geburtenrate, weniger Nebenwirkungen und ein geringeres Risiko für Mehrlingsschwangerschaften aufweist. Wenn auch selten und in geringer Zahl, wurde unter Letrozol über einige angeborene Anomalien oder Geburtsfehler berichtet. Diese werden auch bei anderen Medikamenten zur Ovulationsinduktion registriert, und deine Ärztin oder dein Arzt wird alle Risikofaktoren mit dir besprechen, bevor dir ein Medikament verschrieben wird.

Mögliche Nebenwirkungen: Magen-Darm-Beschwerden, Hitzewallungen, Kopf- und Rückenschmerzen.

Metformin ist eine bevorzugte Behandlungsoption für Typ-2-Diabetes. Da es den Seruminsulinspiegel senkt, wurde es auch als Option zur Kontrolle des Insulinspiegels und zur Unterstützung der Gewichtsabnahme bei Frauen mit PCO-Syndrom empfohlen. Die Forschungsergebnisse zu seiner Wirksamkeit als Monotherapie bei PCOS sind jedoch etwas widersprüchlich, so dass es häufig als Kombinationstherapie mit Clomifen oder Veränderungen des Lebensstils eingesetzt wird.

Mögliche Nebenwirkungen: Magen-Darm-Beschwerden, jedoch wird es im Allgemeinen gut vertragen.

Die Gonadotropintherapie wird vorzugsweise als Zweitlinientherapie bei Frauen mit PCO-Syndrom eingesetzt, die sich bereits einer Clomifen-Therapie unterzogen haben und weiterhin anovulatorisch und unfruchtbar sind. Die Gonadotropintherapie dient der Wiederherstellung der Hormonspiegel von LH und FSH sowie von hCG (humanes Choriongonadotropin). Die Dosierung sollte zu Beginn niedrig ausfallen, um eine Überstimulierung und Mehrlingsschwangerschaften zu vermeiden. Das ärztliche Fachpersonal hat bestimmte Möglichkeiten, die Dosierung zu erhöhen und die Verabreichungsdauer anzupassen. Es ist schwierig, das richtige Gleichgewicht zu finden, insbesondere bei übergewichtigen und insulinresistenten Frauen, und sollte daher von Expert:innen für Reproduktionsmedizin vorgenommen werden. Zur Überprüfung der Follikelentwicklung und -grösse wird eine Ultraschalluntersuchung durchgeführt, wobei die Dosis vom ärztlichen Fachpersonal festlegt wird.

Eine Studie ergab, dass die Erstbehandlung mit Clomifen, gefolgt von einer Gonadotropintherapie, nach 12 und 24 Monaten zu einer kumulativen Geburtenrate zwischen 60–78 % führte. Wenn jedoch nach 6 Ovulationszyklen bei Frauen unter 25 Jahren bzw. 12 Zyklen bei Frauen über 25 Jahren keine Schwangerschaft eingetreten ist, können andere Massnahmen wie IVF in Betracht gezogen werden.

Nebenwirkungen: Es wurde über zahlreiche Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen, Magen-Darm-Beschwerden, Übelkeit und Erbrechen berichtet.

Die laparoskopische Ovarialstichelung (Diathermie) ist eine wenig verbreitete Methode und sollte nur in Betracht gezogen werden, wenn alle oben genannten Möglichkeiten keinen Erfolg gebracht haben. Durch einen operativen Eingriff namens Laparoskopie (Bauchspiegelung) – bei dem Ärzt:innen unter Vollnarkose kleine Schnitte im Bauch vornehmen, um Zugang zu den Eierstöcken (Ovarien) zu erhalten – werden ein oder beide Eierstöcke mit Elektrokauter (Diathermie) oder Laser behandelt, um den Eisprung zu stimulieren. Dies kann zur Wiederherstellung einer regelmässigen Eierstockaktivität und zur Regulierung des Hormonhaushalts beitragen. Einer randomisierten Kontrollstudie zufolge dauert es bei Frauen mit dieser Art der Behandlung jedoch im Allgemeinen länger, bis sie schwanger werden, und in der Hälfte der Fälle war eine zusätzliche Therapie erforderlich, z. B. eine Clomifen- oder Gonadotropintherapie.

In-vitro-Fertilisation (IVF): IVF-Behandlungen sind in der Regel die letzte Option bei einem unerfüllten Kinderwunsch im Zusammenhang mit dem PCO-Syndrom. Hier gibt es nur begrenzte Empfehlungen im Bezug auf die geeignetste Methode für die jeweilig betroffenen Frauen. Die Eierstöcke müssen stimuliert werden, damit das ärztliche Fachpersonal eine Eizelle entnehmen kann, die dann befruchtet wird und sich entwickelt, bevor der Frau die befruchtete Eizelle wieder eingesetzt wird. Daher besteht für PCOS-Patientinnen das Risiko einer Überstimulation der Eibläschen (Follikel). Die Methode mit Gonadotropin-Releasing-Hormon-Antagonisten wird bevorzugt, um das Risiko einer Überstimulation zu verringern. Deine Kinderwunschexpert:innen werden dich vor Beginn der Therapie über alle Aspekte der IVF aufklären.

Fazit

PCOS kann eine schmerzhafte und äusserst beeinträchtigende Erkrankung sein. Obwohl Unfruchtbarkeit eine häufige Begleiterscheinung bei Frauen mit PCOS ist, kannst du deine Chancen auf eine gesunde und voll ausgetragene Schwangerschaft erhöhen, indem du deinen Lebensstil entsprechend deines Gesundheitszustands und deinen Erwartungen änderst. Viele Ärzt:innen raten zunächst zu einer Änderung des Lebensstils, z. B. Gewichtsabnahme, Bewegung und psychosoziale Therapie, um die Symptome zu mildern und die Chancen auf eine Schwangerschaft zu erhöhen.

Bei fortbestehender Unfruchtbarkeit kann ein interdisziplinäres Team von Ärzt:innen und Fachkräften des Gesundheitswesens, die auf Kinderwunsch spezialisiert sind, medizinische und gynäkologische Beratung und Begleitung anbieten, um eine Verbesserung deines Gesundheitszustands und eine gesunde Schwangerschaft zu erreichen.

Cada unterstützt dich mit seinem engagierten und einfühlsamen Team bei deinem Kinderwunsch. Vereinbare noch heute deinen kostenlosen Beratungstermin, um dir deinen Traum vom Wunschkind zu erfüllen.