Schmierblutungen sind in den meisten Fällen unbedenklich und können verschiedene Ursachen haben. In diesem Artikel erfährst du, wann du zum Arzt solltest.

Key Facts

  • Schmierblutungen sind Blutungen, die ausserhalb der Menstruation auftreten
  • Sie sind meist harmlos und hormonell bedingt
  • Bei einer Schmierblutung verliert man deutlich weniger Blut als bei der Periode
  • Schmierblutungen können ein Schwangerschaftsanzeichen sein (Einnistungblutung)
  • Bei Kinderwunsch und Schwangerschaft sollten Schmierblutungen immer ärztlich abgeklärt werden

Einleitung

Schmierblutungen kommen relativ häufig vor und sind in den meisten Fällen harmlos. Sie werden oft als leichte, unregelmässige Blutungen zwischen den Monatsblutungen (Zwischenblutungen) wahrgenommen und können verschiedene Ursachen haben. Wenn du gerade versuchst, schwanger zu werden oder bereits schwanger bist, dann solltest du eventuelle Blutungen genauestens im Auge behalten und lieber früher als später zu deiner Gynäkologin oder deinem Gynäkologen gehen.

In diesem Artikel erklären wir, was eine Schmierblutung ist, wie du sie von der normalen Regelblutung unterscheiden kannst und wann du eine Frauenärztin oder einen Frauenarzt aufsuchen solltest.

Was ist eine Schmierblutung und wie erkenne ich sie?

Eine Schmierblutung ist ein rot-bräunlicher Ausfluss ausserhalb deines Menstruationszyklus. Der weibliche Zyklus ist etwa 21 bis 35 Tage lang und die Monatsblutung kann ein paar Tage bis eine Woche andauern. Alle Blutungen vor oder nach deiner üblichen Regelblutung werden als Schmierblutung oder Zwischenblutung bezeichnet.

Schmierblutungen, insbesondere wenn sie mit zyklusbedingten Hormonschwankungen einhergehen, finden oft in der Mitte des Zyklus statt. Die zweite Zyklushälfte beginnt mit dem Platzen des Graaf-Follikel (Leitfollikel). Zu diesem Zeitpunkt findet der Eisprung statt und die Eizelle kann befruchtet werden. Wenn jedoch zu wenig Progesteron produziert wird, bleibt die Gebärmutterschleimhaut nicht lang genug für eine Einnistung aufgebaut, wodurch eine Zusatzblutung auftreten kann.

Schmierblutung Anzeichen

In den meisten Fällen besteht eine Schmierblutung nur aus ein paar Tropfen (“Spotting”) und klingt nach ein bis zwei Tagen von selbst ab. In einigen Fällen, insbesondere wenn deine Menstruationsblutung allgemein eher leicht ist, ist es schwierig zu sagen, ob es sich um eine Schmierblutung oder deine Periode handelt.

Schmierblutung vs. Monatsblutung

Fragst du dich, ob deine Periode dieses Mal einfach nur früher dran ist oder du eine Schmierblutung hast? Wenn deine Blutung so stark ist, dass du eine Binde oder einen Tampon brauchst, dann hast du mit aller Wahrscheinlichkeit deine Periode.

Bei einer Schmierblutung tritt sehr viel weniger Blut aus der Vagina aus (weniger als 2 Esslöffel oder 30 Milliliter pro Tag). Sie kann rosa, braun oder rot sein. Periodenblut dagegen ist rot, dunkelrot oder sogar fast schwarz.

Ausserdem dauert die Periode normalerweise 3 bis 7 Tage an. Am Anfang ist sie meist sehr stark, so dass du alle paar Stunden deine Binde, Tampon oder Menstruationstasse wechseln musst.

Was sind die Ursachen von Schmierblutungen?

Schmierblutungen sind häufig hormonell bedingt, etwa durch einen Mangel an Progesteron (Gelbkörperschwäche). Allerdings können auch organische Ursachen wie Myome oder Polypen, Entzündungen im Genitalbereich, Schilddrüsenerkrankungen oder Lebererkrankungen dahinterstecken. Auch in der Schwangerschaft kann es vermehrt zu Schmierblutungen aufgrund einer Einnistungsblutung oder eines Hämatoms kommen.

Im Folgenden stellen wir dir mögliche Ursachen für eine Schmierblutung vor:

Hormonelle Ursachen

  • Gelbkörperschwäche: Tritt die Schmierblutung kurz vor der Periode auf, liegt das oft an einem Progesteronmangel. Progesteron ist ein Gelbkörperhormon (Gestagen), das die Gebärmutterschleimhaut unterstützt und den Körper auf eine Schwangerschaft vorbereitet. Ist es nicht in ausreichender Menge vorhanden, kann sich die befruchtete Eizelle womöglich nicht richtig einnisten. Eine Gelbkörperschwäche ist ein häufiger Grund für einen unerfüllten Kinderwunsch.
  • Ovulationsblutung: Unmittelbar nach dem Eisprung fällt der Östrogenspiegel und der Progesteronspiegel steigt an. Dieses hormonelle Ungleichgewicht kann in einer Schmierblutung um den Eisprung herum resultieren.
  • Hormonelle Empfängnisverhütung: Besonders wenn du beginnst hormonell zu verhüten, etwa mit der Hormonspirale oder der Antibabypille, oder auf eine andere Pille umsteigst, können Schmierblutungen auftreten und sind meist unbedenklich.

Organische Ursachen

  • Schilddrüsenerkrankungen: Da das Schilddrüsenhormon TSH auch die Hormone Progesteron und Östrogen reguliert, kann ein zu niedriger oder zu hoher TSH-Wert zu hormonellen Schwankungen führen und folglich eine Ursache für Schmierblutungen und Zyklusstörungen sein.
  • Myome: Myome sind Wucherungen in der Gebärmutter (gutartige Tumore). Sie können nicht nur zu besonders starken Regelblutungen führen, sondern auch Schmierblutungen verursachen.
  • Polypen: Polypen im Gebärmutterhals (Zervixpolypen) verhalten sich zwar meist unauffällig, können aber mitunter Schmierblutungen verursachen.
  • Endometriose: Endometrioseherde erschweren eine Schwangerschaft nicht nur durch Vernarbungen und Verwachsungen im Eileiter und in den Eierstöcken, sondern können darüber hinaus durch den unausgeglichenen Hormonhaushalt zu Schmierblutungen führen.
  • Infektionen: Wenn eine Schmierblutung von Juckreiz, Brennen oder Schmerzen begleitet wird, kann eine Infektion hinter der leichten Blutung stecken.
  • Lebererkrankung: Auch eine Lebererkrankung kann eine Ursache für Zyklusstörungen und Zwischenblutungen sein.
  • Krebs: Eine Schmierblutung kann unter Umständen auch durch Krebs im Genitalbereich ausgelöst werden, wie etwa Gebärmutterhalskrebs oder Eierstockkrebs.

Mechanische Ursachen

Wird die Gebärmutterschleimhaut oder die Scheidenschleimhaut gereizt und durch Reibung, beispielsweise bei intensivem Geschlechtsverkehr, verletzt, können kleine Äderchen platzen und so zu einer kurzen, aber unbedenklichen Schmierblutung führen.

Menopause

Schmierblutungen in den Wechseljahren sind völlig normal und durch die hormonellen Veränderungen bedingt. Nach der Menopause sind Blutungen allerdings nicht mehr auf einen schwankenden Hormonspiegel zurückzuführen und sollten unbedingt von einem Frauenarzt oder einer Frauenärztin abgeklärt werden.

Was bedeuten Schmierblutungen während der Schwangerschaft?

Blutungen können in der Schwangerschaft, insbesondere in der Frühschwangerschaft, aus verschiedenen Gründen auftreten. Eine Studie mit 4’510 Schwangeren ergab, dass 27 % der Studienteilnehmerinnen Schmierblutungen in der Frühschwangerschaft hatten; 8 % hatten sogar starke Blutungen.

Auch wenn eine Blutung nicht unbedingt etwas Negatives sein muss, ist es immer wichtig, Blutungen abklären zu lassen. Im Folgenden nennen wir dir einige Gründe, die während der Schwangerschaft zu Blutungen führen können:

  • Einnistungsblutung: Beim Einnisten der befruchteten Eizelle können kleine Blutgefässe verletzt werden und zu einer leichten Schmierblutung führen. Im Gegensatz zur Regelblutung tritt bei der Einnistungsblutung nur sehr wenig Blut aus der Scheide aus. Das Blut ist ausserdem eher rosa, hellrot oder bräunlich.
  • Hämatom: Ein Bluterguss (Hämatom) ist der häufigste Grund für Blutungen in der Schwangerschaft. Einer Studie zufolge wurden bei 17,9 % der Schwangeren während der Schwangerschaftsvorsorge ein subchoriales Hämatom (SCH) festgestellt. Damit wird eine Blutung zwischen der äusseren Fruchthöhle (Chorion) und Gebärmutterwand bezeichnet.
  • Progesteronmangel: Falls das Gelbkörperhormon nicht in aussreichender Menge produziert wird, kann dies dazu führen, dass die Schwangerschaft frühzeitig endet. Um dies zu vermeiden, kann zur Unterstützung ein Progesteronpräparat in Form von Tabletten, Zäpfchen, Gel oder als Injektion verabreicht werden, bis die Plazenta die Progesteronproduktion übernimmt.
  • Fehlgeburt: Anzeichen für eine Fehlgeburt können Schmierblutungen oder leichte Blutungen sein, die anfangs noch bräunlich sind, im Anschluss jedoch hellrot bis dunkelrot werden können und oftmals mit starken Schmerzen einhergehen.
  • Eileiterschwangerschaft: Wenn der Schwangerschaftstest positiv ist und vaginale Blutungen in Verbindung mit Unterleibsschmerzen und Übelkeit auftreten, kann eine Eileiterschwangerschaft vorliegen. Etwa bei 1-2 % der Schwangerschaften tritt eine Eileiterschwangerschaft auf; bei einer assistierten Reproduktion kann die Wahrscheinlichkeit einer Eileiterschwangerschaft leicht erhöht sein (2-5 %).
  • Nachblutungen nach Plazentaablösung: Die häufigste Ursachen für Blutungen im dritten Trimester ist eine vorzeitige Plazentaablösung. Die Blutungen können von leichten Blutungen bis hin zu sehr starken Blutungen reichen. Auch nach der Geburt können Blutungen aus der Gebärmutter auftreten. Während der Wochenfluss eine normale Blutung nach dem Ausstoss der Plazenta bezeichnet, können starke Blutungen auftreten, wenn noch Reste aus der Plazenta in der Gebärmutter verblieben sind.

Wann sollte ich bei Schmierblutung zum Arzt?

Schmierblutungen in Verbindung mit starken Unterleibsschmerzen sollten immer abgeklärt werden. Auch wenn die Schmierblutungen mehr als ein paar Tage andauern, solltest du unbedingt eine Praxis für Gynäkologie aufsuchen. Blutungen innerhalb der Schwangerschaft solltest du nie auf die leichte Schulter nehmen.

Unter Umständen sind die Blutungen harmlos, können aber unbehandelt zu einer Fehlgeburt führen oder womöglich Anzeichen für eine Fehlgeburt sein. Auch Blutungen nach der Menopause sollten unbedingt abgeklärt werden, um eine Krebserkrankung auszuschliessen.

Was kann ich selbst bei Schmierblutungen tun?

Falls deine Schmierblutungen hormoneller Natur sind, kannst es vorab mit natürlichen Mitteln wie Mönchspfeffer (Agnus castus) oder Hirtentäschelkraut versuchen. Während Mönchspfeffer den Zyklus stabilisiert und zur Behandlung vom prämenstruellen Syndrom (PMS) eingesetzt wird, wirkt Hirtentäschelkraut blutstillend und kann bei starken Periodenblutungen oder Zwischenblutungen Linderung verschaffen. Dabei solltest du jedoch beachten, dass Mönchspfeffer durch seinen Einfluss auf den Östrogenspiegel die Wirkung der Pille beeinträchtigen kann.

Sollten die Schmierblutungen wiederkehren, kann dir dein Frauenarzt oder deine Frauenärztin ein Gelbkörperpräparat verschreiben.

Bei organischen Ursachen wie Polypen, Myomen oder Endometriose kann eine Operation erforderlich sein, um die Schmierblutungen in den Griff zu bekommen.

Häufig gestellte Fragen

Wann sind Schmierblutungen normal?

Schmierblutungen können völlig normal sein, wenn du dein hormonelles Verhütungsmittel wechselst oder gerade angefangen hast, hormonell zu verhüten. Ausserdem treten während der Hormonumstellung in den Wechseljahren Zwischenblutungen auf, die ebenso ganz normal sind. Auch bis zu einer Woche vor deiner Periode können Schmierblutungen auftreten. Blutungen zum Eisprung (Ovulationsblutungen) sind ebenfalls unbedenklich.

Ist eine Schmierblutung ein Anzeichen für eine Schwangerschaft?

Eine Schmierblutung kann ein Anzeichen für eine Schwangerschaft sein. Eine Einnistungsblutung kann als leichte rosa oder bräunliche Blutung etwa 10 bis 14 Tage nach der Befruchtung auftreten, wenn sich die befruchtete Eizelle an die Gebärmutterwand anheftet. Einer Studie zufolge verzeichneten etwa 9 % der Schwangeren eine Einnistungsblutung.

Kann man trotz Schmierblutung schwanger sein?

Während eine Schwangerschaft trotz Periode nicht möglich ist, ist eine Schwangerschaft trotz Schmierblutung nicht ausgeschlossen. Eine kurze Schmierblutung zum Zeitpunkt der eigentlichen Periode kann auf eine Einnistungsblutung hindeuten und somit für eine Schwangerschaft sprechen. Allgemein können jedoch verschiedene Ursachen hinter einer Schmierblutung stecken.

Fazit

Schmierblutungen können verschiedene Ursachen haben und sind in den meisten Fällen unbedenklich. Insbesondere wenn du einen unerfüllten Kinderwunsch hast, können Schmierblutungen ein Indikator für Erkrankungen sein, die die Empfängnis erschweren können. Auch innerhalb der Schwangerschaft treten häufig Zwischenblutungen auf, die unbedingt abgeklärt werden sollten. In seltenen Fällen können Schmierblutungen auf eine Krebserkrankung hindeuten.

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