Kennst du den Tag deines Eisprungs? Wir zeigen dir, wie du deinen Eisprung berechnest und welche Hilfsmittel es dafür gibt.

Wie viele Tage nach der Regel findet der Eisprung statt? Kann man nach dem Eisprung schwanger werden? Wie lange dauert der Eisprung? Und warum eignet sich die Eisprungberechnung nicht für die Verhütung?

Der Tag des Eisprungs (Ovulation) ist von zentraler Bedeutung, wenn ein Paar auf natürliche Weise ein Kind zeugen möchte. Das Ovulationsfenster, also der Zeitraum, in dem eine Frau fruchtbar ist, dauert pro Zyklus nur wenige Tage. Umso wichtiger ist es, dass Paare mit Kinderwunsch in den Tagen rund um den Eisprung Geschlechtsverkehr haben. In diesem Artikel erklären wir dir, wie du deinen eigenen Eisprung berechnen, messen und beobachten kannst.

Was ist der Eisprung?

Der Eisprung ist ein Vorgang während des weiblichen Zyklus, bei dem mindestens eine Eizelle in den Eileiter freigesetzt wird. Die Eizelle befindet sich zuerst in einem Follikel (Eibläschen), von denen mehrere pro Zyklus in den beiden Eierstöcken heranreifen. Meistens schafft nur eine Eizelle den vollständigen Reifeprozess. Diese “springt” während der Ovulation vom Eierstock in den Eileiter. In seltenen Fällen schaffen es mehrere und werden zusammen in den Eileiter abgegeben - in solchen Fällen könnte bei ungeschütztem Geschlechtsverkehr eine Mehrlingsschwangerschaft entstehen. Ob die Eizelle(n) in den rechten oder linken Eileiter übergeben wird, ist Zufall.

Wie oft findet der Eisprung statt?

Bei Frauen, die nicht hormonell verhüten, findet der Eisprung einmal pro Zyklus statt. Die Zyklusdauer beträgt ungefähr 28 Tage. Die Anzahl der Tage variiert jedoch von Frau zu Frau. Einige Frauen haben einen kürzeren Zyklus, andere einen längeren. Auch sind Unterschiede von Zyklus zu Zyklus möglich. So kann es sein, dass dein Zyklus in einem Monat 26 Tage beträgt und im nächsten 33 Tage und so weiter. Der Eisprung findet etwa in der Zyklusmitte statt. Doch weil die Zykluslängen derart fluktuieren können, ist es für viele Frauen schwierig, den genauen Tag des Eisprungs zu kennen.

Es kann auch vorkommen, dass kein Eisprung stattfindet. Man nennt dies eine Anovulation. Gerade bei jungen Mädchen, die noch nicht lange ihre Regelblutung haben, oder Frauen in den Wechseljahren kommen Anovulationen häufiger vor. Doch auch nach der Pubertät, respektive vor den Wechseljahren, können Anovulationen auftreten. Das Ausbleiben des Eisprungs bleibt oft unbemerkt, denn manche Frauen bekommen dennoch ihre Monatsblutung. Diese Art von Menstruation nennt man Abbruchblutung. Sie entsteht durch eine verminderte Konzentration der Hormone Östrogen und Progesteron.

Wenn du wissen möchtest, ob dein Hormonhaushalt ausgeglichen ist und die Hormone in der richtigen Konzentration vorhanden sind, empfehlen wir dir eine Fruchtbarkeitsanalyse.

Wie lange dauert der Eisprung?

Das Platzen des Follikels im Eierstock und der Übergang der Eizelle in den Eileiter dauern nur kurz an. Sobald sich die Eizelle im Eileiter befindet, ist sie zwischen 12 und 24 Stunden befruchtungsfähig. Da Samenzellen bis zu 5 Tagen in der Gebärmutter überleben, können Paare mit Kinderwunsch bereits vor dem eigentlichen Eisprung ungeschützten Geschlechtsverkehr haben und eine Empfängnis herbeiführen. Nach dem Eisprung ist die Eizelle zwischen 12 und 24 Stunden befruchtungsfähig. Aus diesem Grund spricht man von einem Ovulationsfenster von insgesamt 6 Tagen pro Zyklus.

Falls es nach einem Eisprung zu keiner Befruchtung kommt, stirbt die Eizelle ab. Der Follikel bildet sich zu einem Gelbkörper (Corpus luteum). Dabei handelt es sich um einen Zellcluster, das Progesteron und Östrogen produziert, damit sich die Gebärmutterschleimhaut auf eine mögliche Einnistung einer befruchteten Eizelle vorbereitet. Wenn keine Befruchtung stattfindet, nimmt der Progesteronspiegel wieder ab und die Menstruation setzt ein.

So berechnest du deinen Eisprung

Du kannst deinen Eisprung selbst berechnen oder mit einem Fruchtbarkeitsrechner (oder auch Zyklusrechner) online berechnen lassen. Der Vorteil eines online Fruchtbarkeitsrechners ist, dass dein Eisprungkalender mit ungefährem Tag des Eisprungs sowie dem Ovulationsfenster dargestellt wird.

Berechnung bei unregelmässigem Zyklus

Egal, ob du die Berechnung selbst durchführen möchtest oder einen Zyklusrechner verwendest: Für beide Varianten musst du deine durchschnittliche Zykluslänge kennen. Um deine durchschnittliche Zykluslänge zu ermitteln, notierst du dir in den nächsten 3 bis 12 Monaten jeweils den Beginn deiner Perioden. Der erste Tag deiner Menstruation entspricht dem ersten Zyklustag. Angenommen, deine letzte Periode begann am 1. Tag des letzten Monats und das nächste Mal am darauffolgenden 28. Tag, so rechnest du 28-1 (= 27). Der erste berechnete Zyklus war somit 27 Tage lang. Wenn du die Länge von 3 bis 12 Zyklen kennst, kannst du alle Zykluslängen addieren und durch die Anzahl gemessener Zyklen dividieren. So berechnest du die durchschnittliche Zykluslänge.

Für das Notieren der Daten deiner Perioden kannst du auch kostenlose Apps zu Hilfe nehmen.

Sobald du deine durchschnittliche Zykluslänge kennst, kannst du die Kalendermethode, auch bekannt als Knaus-Ogino-Methode, zur Berechnung deines Eisprungs verwenden.

Für diese Methode nimmst du die kürzeste der errechneten Zykluslängen (angenommen 27 Tage) und subtrahierst davon 18 Tage (= 9). Nun nimmst du den längsten der errechneten Zykluslängen (angenommen 32 Tage) und subtrahierst davon 11 Tage (= 21). Gemäss der Kalendermethode liegt dein Ovulationsfenster ungefähr zwischen dem 9. und 21. Tag deines Zyklus.

Berechnung bei regelmässigem Zyklus

Wenn dein Menstruationszyklus immer gleich lang dauert (zum Beispiel immer 30 Tage), dann hast du einen regelmässigen Zyklus. Das erhöht die Genauigkeit der Berechnung deines nächsten Eisprungs. Um den Tag des Eisprungs selbst zu berechnen, nimmst du den Tag, an dem deine nächste Periode beginnt, und ziehst davon die Hälfte deiner Zykluslänge ab (in diesem Beispiel 15 Tage). Auch bei regelmässigen Zyklen eignen sich die online verfügbaren Fruchtbarkeitsrechner. Dafür gibst du den Tag der letzten Periode an sowie deine Zykluslänge.

Manche Fruchtbarkeitsrechner rechnen sogar den ungefähren Geburtstermin aus, falls eine Empfängnis erfolgreich war.

Warum sich Eisprungrechner nicht für die Verhütung eignen

Im Internet findest du zahlreiche Eisprungrechner, welche mithilfe deiner Zykluslänge den nächsten Eisprung respektive das nächste Ovulationsfenster berechnen. Diese Rechner sollten nicht als Verhütungsmethode verwendet werden, da die Hormone, die deinen Zyklus steuern, schnell aus dem Gleichgewicht geraten können. Eine Klimaveränderung oder Stress bei der Arbeit reichen aus, um deinen Zyklus zu beeinflussen. Die Rechner unterliegen mathematischen Formeln und berücksichtigen solche persönlichen Zyklusschwankungen nicht. Aus diesem Grund sollten sie nicht als Verhütungsmethode verwendet werden. Vor allem eignen sich solche Eisprungrechner für Frauen mit Kinderwunsch und regelmässigen Zyklen.

Nebst Berechnungen kann der Eisprung anhand körperlicher Veränderungen beobachtet oder gemessen werden.

Ist der Eisprung spürbar?

Einige Frauen verspüren während des Eisprungs ein einseitiges Ziehen im Unterleib. Dieser Schmerz nennt sich auch Mittelschmerz. Was genau den Schmerz auslöst, ist nicht endgültig geklärt. Er könnte durch das Platzen des Follikels, das Anschwellen der Eierstöcke durch die heranreifenden Follikel oder durch die Kontraktionen der Eileiter, die die Eizelle in Richtung Gebärmutter transportieren, ausgelöst werden.

Darüber hinaus spürt man den Eisprung nicht. Es gibt allerdings weitere körperliche Anzeichen, die auf den Eisprung hindeuten.

So erkennst du den Eisprung

Nebst dem Mittelschmerz kannst du den Eisprung an folgenden körperlichen Veränderungen erkennen:

  • Veränderter Zervixschleim: Beim Zervixschleim handelt es sich um das Sekret, das Frauen regelmässig ausscheiden. Während des Zyklus verändert sich dieses Sekret in Farbe und Konsistenz. In den Tagen rund um den Eisprung ist das Sekret glasig, feucht und in der Menge erhöht. Auch lässt sich mit dem Zervixschleim um den Eisprung herum ein Faden zwischen Daumen und Zeigefinger ziehen.
Der Zervixschleim verändert sich über den Zyklus hinweg und kann Hinweise auf deine fruchtbaren Tage geben.
  • Weicher Muttermund: Ein weiteres Anzeichen, der auf einen Eisprung schliessen lässt, ist ein weicher Muttermund. Wenn eine Frau fruchtbar ist, ist der Muttermund weich und liegt deutlich höher in der Scheide, als während der unfruchtbaren Tagen.

Falls du vor wenigen Monaten deine Pille abgesetzt hast, pendelt sich dein Zyklus wahrscheinlich immer noch ein. Es kann deshalb eine Weile dauern, bis du deinen Eisprung wahrnimmst.

Weitere Varianten, den Eisprung zu messen, sind folgende:

  • Erhöhte Temperatur: Nach dem Eisprungs erhöht sich die Körpertemperatur um rund 0.2 - 0.6 Grad Celsius. Wichtig bei dieser Methode ist, dass Frauen ihre Körpertemperatur gleich nach dem Aufwachen messen. Man nennt dies auch die Basaltemperatur. Das Beobachten des Zervixschleims, Messen der Basaltemperatur und Abtasten des Muttermunds sind Methoden der sogenannten natürlichen Familienplanung (NFP).
Möchtest du noch mehr zur Natürlichen Familienplanung wissen? In diesem Artikel findest du alle wichtigen Informationen.
  • Ovulationstests: Noch genauere Angaben über den Zeitpunkt deines Eisprungs liefern Ovulationstests, die du in der Apotheke erhältst oder online bestellen kannst. Für diesen Test solltest du deine durchschnittliche Zykluslänge kennen. In einer Packung sind mehrere Streifen enthalten, die du abhängig von deiner durchschnittlichen Zykluslänge ab einem bestimmten Tag im Zyklus jeden Tag für einen Urintest verwendest. Damit werden die Werte des luteinisierenden Hormons (LH) gemessen, das den Eisprung auslöst.
  • Follikulometrie: Gynäkolog*innen können für die Ermittlung des Eisprungs eine sogenannte Follikulometrie vornehmen. Dabei handelt es sich um eine Ultraschalluntersuchung, wobei man die Grösse des reifenden Follikels misst und so voraussagen kann, wann dieser platzt und eine Eizelle freigibt. Eine Follikulometrie gilt nicht als Krankenkassenleistung und muss somit privat bezahlt werden.

Kann man ohne Eisprung schwanger werden?

Nein, ohne Eisprung kann eine Frau nicht schwanger werden. Damit eine Schwangerschaft zustande kommt, muss eine Eizelle von einer Samenzelle befruchtet werden.

Anovulatorische Zyklen, also Zyklen, bei denen kein Eisprung stattfindet, sind keine Seltenheit. Tatsächlich ergab eine norwegische Studie, bei der ein Zyklus von spontan menstruierenden (nicht hormonell verhütenden) Frauen beobachtet wurde, dass bei 37 Prozent der Teilnehmerinnen kein Eisprung stattgefunden hat. Anovulationen sind grundsätzlich kein Grund zur Sorge. Jedoch kann eine chronische Anovulation ein Grund von ungeklärter Fruchtbarkeit sein. Paare gelten als unfruchtbar, wenn die Frau trotz regelmässigem und ungeschütztem Geschlechtsverkehr während 12 Monaten (respektive 6 Monaten bei über 35-Jährigen) noch nicht schwanger geworden ist.

Ab wann kann ich einen Schwangerschaftstest durchführen?

Wenn du in der Zeit um den Eisprung herum ungeschützten Geschlechtsverkehr hattest, kann es eine Weile dauern, bis der Schwangerschaftstest ein Ergebnis anzeigt. Das hängt damit zusammen, dass bei erfolgreicher Empfängnis das Schwangerschaftshormon HCG stetig ansteigt. Die Sensitivität der Schwangerschaftstests ist je nach Marke unterschiedlich. Einige Tests können bereits nach wenigen Tagen ein zuverlässiges Ergebnis anzeigen, während für andere eine Wartezeit von etwa 2 Wochen gilt, bis sie verwendet werden können. Wenn du für die Eisprungberechnung die Temperaturmethode verwendest, erkennst du eine Schwangerschaft auch dadurch, dass die Temperatur nach dem Eisprung nicht wieder absinkt.

In diesem Artikel erfährst du, wie ein Schwangerschaftstest funktioniert und wann der früheste Zeitpunkt zum Testen ist.

Wie bald nach der Schwangerschaft habe ich wieder einen Eisprung?

Nach der Geburt eines Kindes produziert der Körper das Hormon Prolaktin, das für die Milchbildung zuständig ist. Dieses Hormon hemmt in der Regel den Eisprung. Manche Frauen setzen das Stillen als natürliche Verhütungsmethode ein, auch bekannt als Laktationsamenorrhoe-Methode. Sie gilt jedoch als unsicher. Sollte kein konkreter Wunsch nach weiteren Kindern vorhanden sein, sollte in der Stillzeit verhütet werden.

Fazit

Der Eisprung findet in der Regel einmal pro Zyklus statt, allerdings gibt es Ausnahmen, wie beispielsweise bei Mehrlingsschwangerschaft oder Anovulation.

Sobald sich eine oder mehrere Eizellen im Eileiter befinden, sind diese in den nächsten 12 bis 24 Stunden befruchtungsfähig. Bei Kinderwunsch ist ungeschützter Geschlechtsverkehr jedoch bereits vor dem Eisprung ratsam, denn Spermien überleben mehrere Tage im Körper der Frau. Man spricht deshalb auch von einem Ovulationsfenster, bzw. den fruchtbaren Tagen im Zyklus einer Frau.

Der Eisprung findet etwa in der Zyklusmitte statt. Jedoch variiert die Länge des Zyklus von Frau zu Frau. Verschiedene Eisprungrechner und körperliche Anzeichen helfen bei der Berechnung und Erkennung der fruchtbaren Tage. Wer jedoch absolute Sicherheit über den Zeitpunkt des Eisprungs haben möchte, kauft sicherheitshalber Ovulationstests in der Apotheke oder online, oder vereinbart einen Termin in der Gynäkologie für eine Follikulometrie.

Wenn du trotz ungeschütztem Geschlechtsverkehr während deines Eisprungs und nach mehreren Versuchen innerhalb von 12 Monaten respektive 6 Monaten, wenn du über 35 Jahre alt bist, noch nicht schwanger geworden bist, empfehlen wir dir bei deinem Frauenarzt Rat einzuholen.

Möchtest du möglichst schnell schwanger werden oder hat es bisher nicht funktioniert? Unsere empathischen Spezialist:innen helfen dir bei der Ermittlung deines Eisprungs und deines Ovulationsfensters und beraten dich rund um das Thema Fruchtbarkeit.

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