In diesem Artikel erfährst du alles Wichtige zum Ablauf, den Voraussetzungen und den Erfolgschancen einer Insemination.

Key Facts

  • Bei einer Insemination werden aufbereitete Spermien in die Gebärmutter der Frau übertragen
  • Die Erfolgsrate pro Zyklus liegt bei etwa 10-20 %
  • Nach 4 Inseminationszyklen nimmt die Erfolgsrate ab
  • Am häufigsten wird die intrauterine Insemination (IUI) durchgeführt
  • Insemination ist besonders geeignet bei Paaren mit leichten Fruchtbarkeitsstörungen, lesbischen Paaren und bei unspezifischer Unfruchtbarkeit

Einleitung

Für Paare mit Kinderwunsch, die auf natürliche Weise nicht schwanger werden können, bietet die moderne Medizin verschiedene Möglichkeiten der assistierten Reproduktion. Dabei muss es nicht immer gleich eine In-Vitro-Fertilisation (IVF) oder Intrazytoplasmatische Spermieninjektion (ICSI) sein. Unter gewissen Voraussetzungen ist auch eine Insemination, auch als intrauterine Insemination (IUI) bekannt, möglich. Sie ist eine vergleichsweise einfache und weniger invasive Form der Kinderwunschbehandlung und wird häufig als erste Option für Paare mit eingeschränkter Fruchtbarkeit empfohlen.

In diesem Artikel erfährst du, welche Arten von Insemination es gibt, wie sie abläuft und unter welchen Voraussetzungen sie möglich ist.

Was ist eine Insemination?

Eine Insemination oder eine IUI ist eine Übertragung von aufbereiteten Spermien in die Gebärmutter der Frau zum Zeitpunkt des Eisprungs. Die Samenzellen werden somit näher an die Eizelle gebracht, um die Chancen auf eine Befruchtung zu steigern.

Eine Insemination kann im Spontanzyklus durchgeführt werden oder in Kombination mit einer Hormonbehandlung, wobei die Eierstöcke stimuliert und die Eizellreifung angeregt wird. Dabei wird streng kontrolliert, dass nicht zu viele Follikel heranwachsen, um das Mehrlingsrisiko so gering wie möglich zu halten.

Wie läuft eine Insemination ab?

Eine Insemination wird in einer Kinderwunschpraxis durchgeführt. Der Partner gibt einige Stunden vor der Insemination Sperma ab, das anschliessend aufbereitet wird. Wird Spendersamen verwendet, ist dieser bereits aufbereitet. Danach werden die Spermien schmerzfrei und mithilfe eines dünnen Katheters in die Gebärmutter der Frau übertragen.

Schritt 1 - Bestimmung des Eisprungs

Vor dem eigentlichen Verfahren wird der weibliche Zyklus sorgfältig überwacht, um den optimalen Zeitpunkt für die Insemination zu bestimmen. Dieser Zeitpunkt fällt meist mit dem Zeitpunkt des Eisprungs zusammen, um die Chancen auf eine erfolgreiche Befruchtung zu maximieren. Der Eisprung findet entweder natürlich statt oder wird durch Medikamente ausgelöst.

Schritt 2 - Spermiengewinnung und -aufbereitung

Das Sperma kann vom Partner der Frau (homologe Insemination) oder von einem Spender (heterologe Insemination) stammen. Der Samen des Partners wird unmittelbar vor der Samenübertragung mittels Ejakulation gewonnen und anschliessend gespült und aufbereitet, um die Beweglichkeit und Konzentration der Spermien zu verbessern. Spendersamen wird aufgetaut und anschliessend transferiert.

Schritt 3 - Samenübertragung (Insemination)

Die eigentliche Insemination erfolgt ambulant in der Kinderwunschpraxis und ist schmerzfrei. Mithilfe eines dünnen Katheters werden die aufbereiteten Spermien direkt in die Gebärmutter eingeführt. Dieser Vorgang dauert nur wenige Minuten und verursacht im Normalfall kaum Beschwerden.

Ablauf einer Insemination (IUI)

Schritt 4 - Schwangerschaftstest

Zwei Wochen nach der Insemination wird ein mittels einer Blutuntersuchung ein Schwangerschaftstest durchgeführt, um zu überprüfen, ob die Insemination erfolgreich war. Wird im Blut Beta-hCG nachgewiesen, ist es zu einer Schwangerschaft gekommen.

Wie hoch sind die Erfolgschancen einer Insemination?

Die Erfolgsraten der Insemination variieren nach individuellen Faktoren wie das Alter der Frau, die Ursache der Unfruchtbarkeit und die Qualität des Spermas. Studien haben gezeigt, dass die Erfolgsrate pro Zyklus bei etwa 10-20 % liegt, wobei mehrere Versuche erforderlich sein können, um eine Schwangerschaft zu erreichen.

Einem Artikel zufolge, bei dem 349 Frauen und 1005 Inseminationsyyklen untersucht wurden, ergab, dass 29,2 % der Patientinnen mit einer Insemination schwanger wurden. Die Schwangerschaftsrate pro Zyklus lag in den ersten 4 Zyklen bei 9,4 - 11,7 % und nahm dann ab. Neben dem Alter der Frau war die Schwangerschaftsrate stark abhängig von den Spermiogramm-Parametern des Partners. Die Schwangerschaftschance nahm ab, wenn die Spermienkonzentration im Spermiogramm unter 20 Millionen/ml lag, der Anteil an Spermien mit normaler Morphologie unter 5 % war und weniger als 50 % bewegliche Spermien im Ejakulat vorhanden waren.

Was sind die Voraussetzungen für eine Insemination?

Folgende Voraussetzungen sollten für eine Insemination erfüllt sein:

  • Die Eileiter der Frau müssen durchgängig sein
  • Die Frau muss einen Eisprung haben (natürlich oder durch hormonelle Stimulation)
  • Die Spermienwerte dürfen nur leicht eingeschränkt sein

Insemination kann Paaren mit leichten Fruchtbarkeitsstörungen oder lesbischen Paaren empfohlen werden bei:

  • Geringer Spermienzahl oder eingeschränkter Spermienmotilität
  • Unspezifischer Unfruchtbarkeit der Frau, bei der keine offensichtlichen Gründe für die Unfruchtbarkeit gefunden werden können
  • Problemen mit dem Zervixschleim, der den Spermien den Weg zur Gebärmutter versperrt
  • Paaren, die sich für eine heterologe Insemination entscheiden, bei der Sperma eines Spenders verwendet wird

Es ist wichtig zu beachten, dass die Eignung für die Insemination von verschiedenen Faktoren abhängt und von einem Facharzt oder einer Fachärztin für Reproduktionsmedizin individuell bewertet werden sollte.

Möchtest du wissen, ob eine Insemination für dich geeignet ist? Dann lass am besten eine umfassende Fruchtbarkeitsanalyse durchführen. Mehr dazu erfährst du hier.

Häufig gestellte Fragen

Welche Formen der Insemination gibt es?

Bei der Insemination unterscheidet man grundsätzlich vier verschiedene Formen, je nachdem wohin genau die Spermien injiziert werden.

IUI (Intrauterine Insemination)

Bei der IUI handelt es sich um die gezielte Platzierung von aufbereitetem Sperma direkt in die Gebärmutterhöhle einer Frau. Das Sperma wird vor der Insemination speziell aufbereitet, um die Qualität und Konzentration der Spermien zu verbessern. Dieser Prozess kann den Weg der Spermien zur Eizelle verkürzen und die Chancen auf eine erfolgreiche Befruchtung erhöhen. Die IUI wird im Normalfall während des Zeitraums des Eisprungs durchgeführt, um die Wahrscheinlichkeit einer Befruchtung zu maximieren.

ITI (Intratubare Insemination)

Im Gegensatz zur IUI wird bei einer ITI das aufbereiteten Spermas in die Eileiter einer Frau eingebracht. Dieses Verfahren wird seltener angewendet und erfolgt in der Nähe der Eileiter, um die Befruchtung der Eizelle direkt in den Eileitern zu ermöglichen. ITI wird normalerweise in Fällen angewendet, in denen die IUI nicht erfolgreich war oder spezifische medizinische Gründe vorliegen, die eine direktere Befruchtungsmethode erfordern.

ICI (Intrazervikale Insemination)

Bei der ICI wird das aufbereitete Sperma in den Gebärmutterhals (Zervix) der Frau eingeführt. Im Gegensatz zur IUI oder ITI wird das Sperma hier nicht direkt in die Gebärmutter oder die Eileiter platziert, sondern näher am Gebärmutterhals. Dieses Verfahren wird eher für zu Hause durchgeführte Inseminationen verwendet und erfordert normalerweise nicht den Besuch einer medizinischen Einrichtung.

Kappeninsemination

Die Kappeninsemination wird nicht in einer Kinderwunschpraxis durchgeführt, sondern ist ebenfalls eher für den Gebrauch zu Hause geeignet. Dabei wird das Sperma in eine Inseminationskappe oder eine Menstruationstasse übertragen und vor dem Muttermund platziert.

Kann ich trotz schlechtem Spermiogramm eine Insemination durchführen lassen?

Bei einer Insemination ist die Spermienqualität und die Beweglichkeit der Spermien ausschlaggebend. Wenn die Werte deiner ersten Samenprobe ausserhalb der Norm liegen, ist es empfehlenswert, nach einer gewissen Zeit, ein zweites Spermiogramm anfertigen zu lassen. Erst dann kann beurteilt werden, ob die Qualität deiner Spermien für eine Insemination ausreicht.

Welche Risiken gibt es bei der Insemination?

Wie bei jedem medizinischen Verfahren birgt auch die Insemination gewisse Risiken. Dazu gehören leichte vaginale Blutungen, Infektionen oder eine geringe Wahrscheinlichkeit von Mehrlingsschwangerschaften. Wenn zuvor das Eizellwachstum mittels hormoneller Stimulation angeregt wurde, kann ebenfalls das ovarielle Hyperstimulationssyndrom (OHSS) auftreten.

Welche rechtlichen Aspekte gibt es in der Schweiz zu beachten?

Wenn du dich für eine Insemination entscheidest, solltest du dich in einer festen Partnerschaft befinden. Wenn ihr eine Samenspende in Erwägung zieht, ist das grundsätzlich erlaubt. Voraussetzung ist jedoch, dass die Spende einer Samenbank an ein Ehepaar geht. Seit der Einführung der gleichgeschlechtlichen Ehe haben nun auch schwule oder lesbische Paare dieses Recht. Entscheidet sich das Paar für eine Samenspende, muss sich der Samenspender mit der Insemination einverstanden erklären. Das mit einer Samenspende gezeugte Kind hat das Recht auf Zugang zu den Daten über seine Abstimmung. Single Frauen können bisher in der Schweiz noch nicht mittels Samenspende eine Insemination durchführen.

Fazit

Ein unerfüllter Kinderwunsch kann für beide Partner zermürbend sein. Wenn es bei euch bisher noch nicht geklappt hat, ein Kind zu zeugen, kann eine Insemination eine gute Behandlungsoption sein. Die wichtigste Voraussetzung hierbei sind, dass nur die Eileiter der Frau durchgängig sind, ein Eisprung stattfindet und die Spermienwerte weitestgehend im Normbereich liegen bzw. nur minimale Einschränkungen aufweisen.

Wenn du herausfinden möchtest, ob eine Insemination für dich in Frage kommt, kannst du dich jederzeit gern an unsere empathischen Kinderwunschexpert:innen wenden.

Buche am besten noch heute deinen Termin für ein kostenfreies Erstgespräch, um deine Behandlungsoptionen zu besprechen.