Wenn du als Frau deine Fruchtbarkeit testen lassen möchtest, stehen dir viele Möglichkeiten wie Ultraschall oder ein Bluttest zur Verfügung. Ausserdem kannst du deine Hormone, Vitamin D und Eisen testen lassen.

Wenn du einen Kinderwunsch hast und nach über einem Jahr ungeschütztem regelmässigen Geschlechtsverkehr auf natürlichem Weg nicht schwanger geworden bist, kann ein Fruchtbarkeitstest für beide Partner Hinweise darauf geben, warum es bisher noch nicht geklappt hat. Auch wenn du momentan keinen Kinderwunsch hast, kannst du einen Fruchtbarkeitstest durchführen lassen, um mehr über deine Fertilität und deine zukünftigen Aussichten auf eine Schwangerschaft zu erfahren.

Ganz gleich in welcher Situation du dich gerade befindest – ein Fruchtbarkeitstest kann dir ein umfassendes Bild über deine Fruchtbarkeit geben und gegebenenfalls Informationen liefern, warum es mit einer Schwangerschaft nicht klappt bzw. ob es bei dir Einschränkungen für eine natürliche Schwangerschaft geben könnte.

In diesem Artikel erfährst du, welche Ursachen hinter einer Unfruchtbarkeit stecken können, welche Untersuchungen zu einem Fruchtbarkeitstest gehören und welche weiterführenden Untersuchungen du noch durchführen lassen kannst. Da auch die Fruchtbarkeit von Männern eine grosse Rolle beim Schwangerwerden spielt, empfehlen wir dir auch den Artikel zu Fruchtbarkeitstests für Männer zu lesen.

Ursachen für Unfruchtbarkeit bei der Frau

Die Ursachen für Unfruchtbarkeit bei Frauen können vielfältig sein und von hormonellen Ungleichgewichten bis zu strukturellen Anomalien reichen.

  • Ovulationsstörungen: Ovulationsstörungen wie ein unregelmässiger Eisprung oder Probleme bei der Freisetzung der Eizelle sind der Hauptgrund dafür, wenn es mit dem Schwangerwerden nicht klappt. Ausserdem können Hormonschwankungen, wie sie bei PCOS (Polyzystisches Ovarialsyndrom) auftreten, den Eisprung beeinträchtigen.
  • Verschlossene oder geschädigte Eileiter: Verschlossene oder geschädigte Eileiter können den Transport der Eizelle zur Gebärmutter behindern. Als Ursache hierfür können Entzündungen, Infektionen oder Endometriose in Frage kommen. Die Unfruchtbarkeit einer Frau ist in 30-40 % der Fälle auf verschlossene Eileiter zurückzuführen.
  • Anomalien in der Gebärmutter: In ca. 2 bis 17 % der Fälle ist die Unfruchtbarkeit der Frau durch Gebärmutteranomalien, wie Myome (gutartige Tumore), Polypen, Adhäsionen (Verwachsungen) oder Narbengewebe, bedingt. Diese können die Einnistung einer befruchteten Eizelle erschweren.
  • Hormonelle Störungen: Ein unausgeglichener Hormonhaushalt des follikelstimulierenden Hormons (FSH), des luteinisierenden Hormons (LH), Östradiol, Progesteron und Prolaktin können den Menstruationszyklus beeinträchtigen und die Fruchtbarkeit negativ beeinflussen.
  • Qualität der Eizellen: Zwar kann man die Anzahl der Eizellreserve mittels Antralfollikelzählung oder AMH-Test ermitteln und den Eisprung durch Progesteron-Bestimmung während der Lutealphase bestimmen. Die Qualität der Eizellen kann man jedoch nicht untersuchen. Bewiesen ist, dass die Qualität der Eizellen mit dem Alter der Frau abnimmt. So haben Frauen über 35 Jahren häufiger eine geringere Eizellqualität, was die Chancen auf eine erfolgreiche Befruchtung und Schwangerschaft reduziert.
  • Immunologische Faktoren: Bakterien und Viren können Schäden im Gewebe der Plazenta und des Fötus verursachen. Durch Zytokine (Botenstoffe des Immunsystems bei einer Infektion) kann eine Entzündungsreaktion ausgelöst und der Embryo abgestossen werden.
  • Übergewicht oder Untergewicht: In einer Langzeitstudie wurde die Einnistung der befruchteten Eizelle und der Verlauf der Schwangerschaft bei normal-, unter- und übergewichtigen Frauen untersucht. Die Studie ergab, dass die Einnistungsrate bei untergewichtigen im Vergleich zu normalgewichtigen Frauen geringer ausfiel. Frauen mit Übergewicht hatten dagegen ein höheres Fehlgeburtsrisiko.
  • Schilddrüsenstörungen: Eine Störung der Schilddrüsenhormone, etwa durch eine Schilddrüsenunterfunktion oder eine Schilddrüsenüberfunktion, kann den Menstruationszyklus und die Fruchtbarkeit beeinflussen. Unbehandelt kann sie während der Schwangerschaft zu Fehlgurten oder Frühgeburten führen.
  • Psychologischer Stress: Chronischer Stress kann den Hormonhaushalt stören und den Eisprung, Eizellqualität und die Einnistung beeinflussen.
  • Genetische Faktoren: Auch krankhafte Veränderungen bestimmter Gene können zu Funktionsstörungen der Eierstöcke und Unfruchtbarkeit führen.

Es ist wichtig zu betonen, dass Unfruchtbarkeit oft eine komplexe Ursache hat, und häufig sind mehrere Faktoren gleichzeitig beteiligt. Wenn eine Frau und ihr Partner Schwierigkeiten beim Schwangerwerden haben, ist es ratsam, einen Reproduktionsmediziner oder einen Gynäkologen aufzusuchen, um eine umfassende Untersuchung durchzuführen und die individuellen Ursachen abzuklären.

Was ist ein Fruchtbarkeitstest für Frauen?

Ein Fruchtbarkeitstest für Frauen umfasst immer eine ausführliche Anamnese sowie eine gynäkologische Untersuchung, bei der die Gebärmutter, Eierstöcke und Eileiter untersucht werden. Ein Bluttest gibt zudem Aufschluss über Hormonstörungen (LH, FSH, Progesteron, Östradiol, Androgene, Prolaktin, TSH etc.), Eisenspeicher, Vitamin D-Haushalt, Immunstatus und Entzündungswerte.

Wusstest du, dass die Fruchtbarkeitsanalyse in vielen Fällen von der Krankenversicherung erstattet wird? Hier erhältst du weitere Informationen.

Welchen Fruchtbarkeitstest für Frauen gibt es?

Ein umfassender Fruchtbarkeitstest für Frauen beinhaltet eine Anamnese, eine gynäkologische Untersuchung, einen Abstrich, eine Blutuntersuchung, eine Hormonanalyse sowie eine ausführliche medizinische Beratung durch Kinderwunschexpert:innen.

Anamnese

Der Arzt oder die Ärztin wird mit dir über deine medizinische Vorgeschichte sprechen, einschliesslich deiner Menstruationszyklen, vorheriger Schwangerschaften, Operationen und etwaiger bestehender gesundheitlicher Bedenken. Des Weiteren wirst zu du deinen Lebensgewohnheiten und Medikamenten, die du aktuell einnimmst, befragt werden.

Gynäkologische Untersuchung

Eine Ultraschalluntersuchung gibt dir unter anderem Aufschluss über deine Gebärmutterschleimhaut, die Follikelentwicklung und den Zustand deiner Eierstöcke, Gebärmutter und Eileiter. Ausserdem können strukturelle Anomalien wie Zysten oder Myome diagnostiziert werden.

Blutuntersuchung

Bei der Blutuntersuchung wird immer eine Basis-Blutanalyse durchgeführt und wichtige Werte für den Blutstoffwechsel bestimmt, die Hinweise auf mögliche Erkrankungen liefern können.

Die Basis-Blutanalyse umfasst ein kleines Blutbild, das unter anderem folgende Werte einschliesst:

  • Leukozyten (weisse Blutkörperchen): Ein erhöhter Leukozytenwert im Blut kann auf Entzündungen, Infektionen oder andere gesundheitliche Probleme hinweisen. Ein niedriger Wert deutet auf ein geschwächtes Immunsystem hin.
  • Erythrozyten (rote Blutkörperchen): Erythrozyten sind für den Sauerstofftransport im Körper verantwortlich. Der Erythrozytenwert gibt Aufschluss über die Menge an roten Blutkörperchen im Blut. Abweichungen von einem normalen Erythrozytenwert können auf Anämie (Blutarmut) oder andere Bluterkrankungen hinweisen.
  • Thrombozyten: Thrombozyten sind Blutplättchen, die für die Blutgerinnung wichtig sind. Ein zu niedriger Wert kann zu erhöhter Blutungsneigung führen, während ein zu hoher Wert zu einem erhöhten Thromboserisiko führen kann.

Wichtige Werte für den Blutstoffwechsel umfassen:

  • Triglyceride: Triglyceride sind eine Form von Fetten im Blut. Ein erhöhter Triglyceridspiegel kann auf ein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen hinweisen. Dies kann durch eine ungesunde Ernährung, (starkes) Übergewicht oder andere Faktoren verursacht werden.
  • Cholesterin: Cholesterin ist eine fettähnliche Substanz, die im Blut zirkuliert. Es gibt "gutes" HDL-Cholesterin und "schlechtes" LDL-Cholesterin. Ein hoher LDL-Cholesterinspiegel erhöht das Risiko für Arteriosklerose und Herzkrankheiten, während ein hoher HDL-Cholesterinspiegel schützend wirken kann.

Ferritin-Test (Eisenspeicher)

Bei dem Ferritin-Test wird mittels Blutabnahme der Eisenspeicher im Körper überprüft. Dies ist ein wichtiger Schritt bei der Beurteilung der weiblichen Fruchtbarkeit, So ergab eine Studie, dass Frauen, die zusätzlich Eisen in Form von Nahrungsergänzungsmitteln zuführten, deutlich weniger unter Unfruchtbarkeit aufgrund von Ovulationsstörungen litten, als diejenigen, die kein Eisen zuführten.

Vitamin D

Ebenso ist ein Test auf Vitamin D von Bedeutung, da ein Mangel dieses Vitamins mit einer verringerten Fruchtbarkeit in Verbindung gebracht wird. Einer Studie zufolge hatten Frauen, die Vitamin D als Nahrungsergänzungsmittel erhielten, eine bessere Schwangerschaftsrate.

Hormonuntersuchung

Eine Hormonanalyse kann dabei helfen, hormonelle Störungen zu identifizieren, die die Fruchtbarkeit beeinträchtigen können. Hier wird der Gehalt an wichtigen Fortpflanzungshormonen, wie z. B. das Anti-Müller-Hormon (AMH), das follikelstimulierende Hormon (FSH), das luteinisierende Hormon (LH), Östrogen (Östradiol), Progesteron und Prolaktin im Blut gemessen. Auch ein erhöhter oder zu niedriger TSH-Wert (Schilddrüsenhormon) kann eine Schwangerschaft erschweren.

Fruchtbarkeitstest werden bei Frauen an verschiedenen Tagen im weiblichen Zyklus durchgeführt, da die Hormone je nach Zyklustag schwanken und eine andere Konzentration aufweisen können. Einen ausführlichen Überblick über Hormone und ihre Auswirkungen auf die Fruchtbarkeit erhältst du hier.

Infektabklärung

Bei der Infektabklärung wird unter anderem auf HIV, Hepatitis A, Hepatitis B, Hepatitis C, Varizellen, Röteln, Chlamydien und das Zytomegalievirus getestet.

Die Untersuchung auf Infektionen ist nicht nur ein Schutz für die Frau selbst, sondern auch eine wichtige präventive Massnahme, um das Risiko von Komplikationen während der Schwangerschaft und für das Neugeborene zu minimieren. So können Röteln während der Schwangerschaft zu schweren Geburtsfehlern beim Kind führen.

Ausserdem können Infektionen wie Chlamydien zum Eileiterverschluss und zu unwiderruflichen Schäden in den Eileitern führen.

Abschliessendes Gespräch und Planung der weiteren Behandlung

Wenn dein Testergebnis auf eine eingeschränkte Fruchtbarkeit hinweist, wird dein Arzt bzw. deine Ärztin mit dir Behandlungsmöglichkeiten besprechen und nach gegebener Zeit einen weiteren Fruchtbarkeitstest durchführen. In jedem Fall solltest du auf einen gesunden Lebensstil achten.

Falls es nach der Behandlung keine wesentliche Verbesserung gibt, wird dich deine Frauenärztin bzw. dein Frauenarzt zu möglichen Kinderwunschbehandlungen wie einer In-vitro-Fertilisation (IVF) oder einer intrazytoplasmatischen Spermieninjektion (ICSI) beraten.

Häufig gestellte Fragen

Gibt es Fruchtbarkeitstests für Zuhause?

Fruchtbarkeitstests für die Frau aus der Apotheke oder der Drogerie sind für gewöhnlich Ovulationstests, mit denen die fruchtbaren Tage und der Eisprung bestimmt werden können. Ebenfalls gibt es Hormontests, die zu Hause durchgeführt werden und im Anschluss zur Auswertung an ein Labor gesendet werden können. Diese können zwar einen ersten Einblick in die eigene Fruchtbarkeit geben, aber können nicht mit den vollumfänglichen Leistungen von Kinderwunschzentren mithalten.

Kann ich einen Fruchtbarkeitstest trotz Pille durchführen lassen?

Wenn du hormonelle Verhütungsmittel wie die Pille, Verhütungsstäbchen, Hormonpflaster oder die Hormonspirale verwendest, können die Ergebnisse deines Fruchtbarkeitstests durch die künstlich zugeführten Hormone verfälscht werden. Dies betrifft jedoch nur die Sexualhormone; das Anti-Müller-Hormon (AHM) und das Schilddrüsen-stimulierende Hormon (TSH) können unabhängig von der Verwendung hormoneller Verhütungsmittel getestet werden.

Welche Untersuchungen kann mein Partner durchführen lassen?

Dein Partner sollte ein Spermiogramm durchführen lassen, welches Informationen über die Spermienqualität, die Spermienanzahl, die Spermienkonzentration und die Motilität der Spermien liefert. Wenn du mehr darüber erfahren möchtest, wie man ein Spermiogramm liest und was die einzelnen Spermienparameter bedeuten, findest du hier weitere Informationen.

Welche weiteren Untersuchungen kann ich durchführen lassen?

Deine Ärztin oder dein Arzt kann dir zur genaueren Abklärung der möglichen Ursachen folgende Untersuchungen empfehlen:

  • Eileiterdurchgängigkeitsprüfung (Hysterosalpingosonografie): Bei einer Eileiterdurchgängigkeitsprüfung wird die Form und der Zustand der Gebärmutter und der Eileiter mit Hilfe von Kontrastmittel, das über den Gebärmutterhals in die Gebärmutter injiziert wird, ausgewertet. Damit können Erkrankungen wie verschlossene Eileiter oder Gebärmuttermyome diagnostiziert werden.
  • Gebärmutterspiegelung (Hysteroskopie): Eine Gebärmutterspiegelung kann Unregelmässigkeiten wie Myome, Zysten oder Polypen in der Gebärmutterhöhle aufdecken, die den Erfolg einer Schwangerschaft beeinträchtigen könnten.
  • Bauchspiegelung (Laparoskopie): Eine Bauchspiegelung ist eine Untersuchung der Bauchhöhle, bei der Endometriose, Vernarbungen oder andere Erkrankungen festgestellt werden können.
  • Genetische Diagnostik: Bei Bedarf können genetische Untersuchungen, wie eine Chromosomenanalyse, durchgeführt werden, um genetische Ursachen für Unfruchtbarkeit auszuschliessen.
  • Follikelzählung und Eibläschen: Neben der Bestimmung des AMH-Werts mittels Blutprobe kann deine Eizellreserve auch durch eine genaue Untersuchung der Follikel und Eibläschen bestimmt werden.

Fazit

Ein unerfüllter Kinderwunsch kann auf viele Faktoren zurückzuführen sein. Der Hauptgrund sind Ovulationsstörungen, wobei der Eisprung unregelmässig oder gar nicht stattfindet. Auch verschlossene oder beschädigte Eileiter, etwa durch eine Erkrankung wie Endometriose, Chlamydien oder vorausgegangene Eileiterschwangerschaften können das Eintreten einer Schwangerschaft verhindern.

Wenn nach einem Jahr nach Absetzen der Verhütung keine Schwangerschaft eingetreten ist, kann mittels Fruchtbarkeitstest für die Frau und den Mann überprüft werden, welche Faktoren in eurem Fall eine Schwangerschaft erschweren. Beim einem Fruchtbarkeitstest für die Frau wird anhand einer Anamnese, eines Abstrichs, einer gynäkologischen Untersuchung, eines Bluttests und einer Hormonuntersuchung eine ausführliche Diagnostik durchgeführt.

Ausserdem sind Fruchbarkeitstests hilfreich, um bereits vor einem Kinderwunsch deine Hormone testen zu lassen und eventuelle Erkrankungen wie PCOS, Endometriose, Myome oder Zysten zu erkennen oder auszuschliessen. Auch eine Infektabklärung und die eventuelle Auffrischung bestimmter Impfungen wie Röteln ist zu empfehlen, um schwerwiegende Erkrankungen oder Komplikationen beim Kind zu verhindern.

Egal, ob du dir jetzt oder in Zukunft ein Kind wünschst – unsere Kinderwunschexpert:innen unterstützen dich bei deiner persönlichen Familienplanung und stehen dir bei allen Fragen rund um Fruchtbarkeitstests zur Verfügung.

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