Ein Fruchtbarkeitstest für Männer umfasst ein Spermiogramm, eine Blutuntersuchung und eine Hormonanalyse, um Aufschluss über die Zeugungsfähigkeit zu erhalten.

Hast du dich schon einmal gefragt, warum der Fokus oft auf der Frau liegt, wenn es mit dem Schwangerwerden nicht klappt? Das liegt zum einen daran, dass die Schwangerschaft und die Geburt im weiblichen Körper stattfinden und daher oft davon ausgegangen wird, dass das Problem bei der Frau liegen muss. Zum anderen sind eventuelle Gründe für einen unerfüllten Kinderwunsch, wie Zyklusstörungen, offensichtlicher und werden von der Frau, insbesondere bei Kinderwunsch, viel früher bemerkt. Ausserdem sind Frauen mindestens einmal im Jahr bei der Vorsorgeuntersuchung bei ihrem Gynäkologen oder ihrer Gynäkologin, wo eventuelle Ursachen für eine Unfruchtbarkeit wie das PCO-Syndrom, Gebärmuttermyome oder Eierstockzysten festgestellt werden können.

Männer dagegen haben keine regelmässigen Termine beim Urologen, da eine urologische Vorsorgeuntersuchung erst ab einem Alter von 45 Jahren empfohlen wird. Auch mit blossem Auge kann der Mann keine Aussage über seine Spermienqualität treffen. Aus diesem Grund möchten wir dir in diesem Blogartikel erläutern, wie man(n) seine Fruchtbarkeit testen lassen kann und wie diese Tests bei der Erfüllung deines Kinderwunsches helfen können.

Ursachen für Unfruchtbarkeit beim Mann

Unfruchtbarkeit beim Mann kann verschiedene Ursachen haben, und sie kann aufgrund einer Kombination dieser Faktoren auftreten. Die häufigsten Ursachen für Unfruchtbarkeit beim Mann sind:

  • Hormonelle Störungen: Hormonstörungen, wie ein Testosteronmangel oder eine Überproduktion von Prolaktin, können die Spermienproduktion beeinträchtigen.
  • Varikozele: Eine Varikozele ist eine Krampfader am Hodensack. Sie kann den Blutfluss in den Hoden beeinträchtigen und die Spermienproduktion stören.
  • Infektionen: Infektionen der Fortpflanzungsorgane, insbesondere eine Hodenentzündung (Orchitis) oder Nebenhodenentzündung (Epididymitis) können zu Unfruchtbarkeit führen.
  • Blockierte Samenwege: Blockaden oder Verengungen in den Samenwegen können verhindern, dass Spermien in das Ejakulat gelangen. Ebenso kann eine retrograde Ejakulation ("fehlgeleiteter Samenerguss") auftreten, wobei das Sperma in die Harnblase austritt.
  • Genetische Faktoren: Genetische Anomalien wie das Klinefelter-Syndrom, zystische Fibrose oder Störungen der Androgenrezeptoren können die Spermienproduktion oder -funktion beeinträchtigen.
  • Umweltgifte: Schädliche Umweltfaktoren wie Pestizide, Schwermetalle, Chemikalien und Strahlung können Hormonstörungen oder DNA-Schäden in den Spermien verursachen.
  • Lebensstil: Ein ungesunder Lebensstil durch Rauchen, übermässigen Alkoholkonsum, Drogenmissbrauch und starkes Übergewicht kann die Spermienqualität und -anzahl beeinträchtigen.
  • Stress und psychische Faktoren: Starke Stressbelastung und psychische Probleme können die sexuelle Funktion und die Spermienproduktion beeinflussen.
  • Nebenwirkungen von Medikamenten: Einige Medikamente, wie bestimmte Antidepressiva, blutdrucksenkende Medikamente und Hormonpräparate, können die Fruchtbarkeit beeinträchtigen.
  • Chronische Krankheiten: Bestimmte chronische Erkrankungen, wie Diabetes oder Zöliakie (Glutenunverträglichkeit), können ebenfalls die Fruchtbarkeit beeinträchtigen.

Was ist ein Furchtbarkeitstest für Männer?

Ein Fruchtbarkeitstest für Männer umfasst immer ein Spermiogramm, mit dem die Qualität und Quantität der Spermien im Ejakulat untersucht wird. Hier werden Spermienanzahl sowie weitere Spermienparameter wie Beweglichkeit, Morphologie und Vitalität gemessen. Ausserdem kann ein Bluttest durchgeführt werden, um Eisen, Vitamin D, Entzündungswerte und Hormonstörungen zu überprüfen.

Bei Cada führen wir eine umfassende Fruchtbarkeitsanalyse durch, die in der Regel von der Krankenkasse erstattet wird. Besuche hier unsere Website, um mehr zu erfahren.

Welchen Fruchtbarkeitstest für Männer gibt es?

Bei einem Fruchtbarkeitstest für Männer werden verschiedene Analysen durchgeführt, um ein umfassendes Bild über die männliche Fruchtbarkeit zu erhalten. Folgende Leistungen kannst du ihm Rahmen einer ausführlichen Fruchtbarkeitsuntersuchung erwarten:

Anamnese

In einem Gespräch mit deinem Arzt bzw. mit deiner Ärztin sprecht ihr über deinen aktuellen Gesundheitszustand, deiner medizinischen Vorgeschichte und der Familienanamnese. Dies ist der erste Schritt zur Beurteilung deiner Fruchtbarkeit und deine Ärzt:innen können potenzielle Risikofaktoren und genetische Prädispositionen, wie Erbkrankheiten, identifizieren.

Diese medizinische Beratung kann auch dazu beitragen, die psychologische Belastung zu verringern, die mit Fruchtbarkeitsproblemen einhergeht. Hier kannst und solltest du offen und ehrlich über eventuelle Störungen deiner Sexualfunktion, wie Erektionsstörungen oder Ejakulationsstörungen sprechen. Dein Arzt oder deine Ärztin ist darin geschult, solche Gespräche sensibel und vertraulich zu führen, um die bestmögliche Behandlung für dich zu finden.

Blutuntersuchung

Bei der Blutuntersuchung wird eine Basis-Blutanalyse durchgeführt. Ausserdem können wichtige Werte für den Blutstoffwechsel bestimmt werden, die Hinweise auf mögliche Erkrankungen liefern können.

Die Basis-Blutanalyse umfasst ein kleines Blutbild, das unter anderem folgende Werte einschliesst:

  • Leukozyten (weisse Blutkörperchen): Ein erhöhter Leukozytenwert im Blut kann auf Entzündungen, Infektionen oder andere gesundheitliche Probleme hinweisen. Ein niedriger Wert deutet auf ein geschwächtes Immunsystem hin.
  • Erythrozyten (rote Blutkörperchen): Erythrozyten sind für den Sauerstofftransport im Körper verantwortlich. Der Erythrozytenwert gibt Aufschluss über die Menge an roten Blutkörperchen im Blut. Abweichungen von einem normalen Erythrozytenwert können auf Anämie (Blutarmut) oder andere Bluterkrankungen hinweisen.
  • Thrombozyten: Thrombozyten sind Blutplättchen, die für die Blutgerinnung wichtig sind. Ein zu niedriger Wert kann zu erhöhter Blutungsneigung führen, während ein zu hoher Wert zu einem erhöhten Thromboserisiko führen kann.

Wichtige Werte für den Blutstoffwechsel umfassen:

  • Triglyceride: Triglyceride sind eine Form von Fetten im Blut. Ein erhöhter Triglyceridspiegel kann auf ein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen hinweisen. Dies kann durch eine ungesunde Ernährung, (starkes) Übergewicht oder andere Faktoren verursacht werden.
  • Cholesterin: Cholesterin ist eine fettähnliche Substanz, die im Blut zirkuliert. Es gibt "gutes" HDL-Cholesterin und "schlechtes" LDL-Cholesterin. Ein hoher LDL-Cholesterinspiegel erhöht das Risiko für Arteriosklerose und Herzkrankheiten, während ein hoher HDL-Cholesterinspiegel schützend wirken kann.

Ferritin-Test (Eisenspeicher)

Bei dem Ferritin-Test wird mittels Blutabnahme der Eisenspeicher im Körper überprüft. Dies ist ein wichtiger Schritt bei der Beurteilung der männlichen Fruchtbarkeit, da Eisenmangel die Spermaproduktion (Spermatogenese) beeinflussen kann.

Vitamin D

Ebenso ist ein Test auf Vitamin D von Bedeutung, da ein Mangel dieses Vitamins mit einer verringerten Fruchtbarkeit in Verbindung gebracht wird. Einer Übersichtsarbeit zufolge wirkt sich eine gute Abdeckung mit Vitamin D besonders positiv auf die Beweglichkeit der Spermien (Motilität) aus und beeinflusst die Spermatogenese.

Hormonuntersuchung

Eine Hormonanalyse kann dabei helfen, hormonelle Störungen zu identifizieren, die die Fruchtbarkeit beeinträchtigen können. Hormonelle Ungleichgewichte können die Produktion von Spermien erheblich beeinflussen. Hierbei sind vor allem das follikelstimulierende Hormon (FSH), das luteinisierende Hormon (LH), Prolaktin und Testosteron zu erwähnen. Ausserdem wird im Rahmen der Hormonanalyse das Schilddrüsenhormon (TSH-Wert) bestimmt:

  • FSH: Das follikelstimulierende Hormon (FSH) stimuliert das Hodenwachstum und ist an der Spermaproduktion beteiligt. Erhöhte FSH-Werte können auf eine geringere Spermienzahl und Beeinträchtigungen der Spermienmorphologie hinweisen.
  • LH: Das luteinisierendes Hormon (LH) ist für die Bildung von Testosteron verantwortlich, welches wiederum für eine normale Spermienproduktion unerlässlich ist. Ein hoher LH-Spiegel  spricht für eine eingeschränkte Beweglichkeit und Morphologie der Spermien.
  • Prolaktin: Prolaktin hat bei Männern verschiedene Funktionen, darunter die Regulierung des Testosteronspiegels und der Spermienproduktion. Ein erhöhter Prolaktinspiegel bei Männern kann die Fruchtbarkeit beeinträchtigen, indem er den Testosteronspiegel senkt und die Spermienproduktion verringert. Dies kann zu einem niedrigeren Spermienvolumen, schlechterer Spermienqualität und einer verringerten Zeugungsfähigkeit führen.
  • Testosteron: Als wichtigstes männliches Sexualhormon ist Testosteron für die sexuelle Entwicklung des Mannes, die Produktion von Spermien und die Zeugungsfähigkeit verantwortlich. Ein Testosteronmangel oder -überschuss kann zu verminderter Spermienproduktion, eingeschränkter Beweglichkeit der Spermien, Erektionsstörungen oder auch Ejakulationsstörungen führen.
  • TSH: Die Schilddrüse spielt eine wichtige Rolle bei der Regulierung des Stoffwechsels und der Hormonproduktion im Körper. Ein auffälliger TSH-Wert kann auf eine Schilddrüsenerkrankung hinweisen, insbesondere eine Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) oder Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose). Diese Schilddrüsenerkrankungen können den Hormonhaushalt im Körper beeinflussen und sich negativ auf die Fruchtbarkeit auswirken. Eine Hypothyreose kann beispielsweise zu einer reduzierten Spermienproduktion und einer verminderten Spermienqualität führen.

Infektabklärung

Bei der Infektabklärung wird unter anderem auf HIV, Hepatitis A, Hepatitis B, Hepatitis C, Varizellen, Röteln, Chlamydien und das Humane Zytomegalievirus (HCMV) getestet.

Einige dieser Infektionen, wie HIV, Hepatitis B und C, können sexuell übertragen werden. Ein sexuell aktiver Mann kann somit diese Infektionen auf seine Partnerin übertragen.

Röteln können schwerwiegende Auswirkungen auf die Gesundheit der Partnerin haben, insbesondere wenn sie schwanger werden möchte. So können Röteln während der Schwangerschaft zu schweren Geburtsfehlern beim Kind führen.

Ausserdem können Infektionen wie Chlamydien und das Humane Zytomegalievirus die Fruchtbarkeit beeinträchtigen. Chlamydien können bei Männern zu Entzündungen der Hoden und Nebenhoden führen, die die Spermienproduktion beeinträchtigen können. Das Zytomegalievirus kann bei männlichen Trägern zu einer reduzierten Spermienqualität führen.

Spermiogramm

Die Spermien, auch Samenzellen genannt, spielen eine zentrale Rolle bei der Zeugung eines Kindes. Sie sind Bestandteil des männlichen Ejakulats und müssen in ausreichender Menge und guter Qualität vorhanden sein, um eine erfolgreiche Befruchtung der weiblichen Eizelle zu ermöglichen.

Mit einem Spermiogramm wird die durch Masturbation gewonnene Samenprobe des Mannes im Labor analysiert. Das Spermiogramm liefert unter anderm Informationen über die Spermienqualität, die Spermienanzahl, die Spermienkonzentration, die Vitalität, die Morphologie und die Motilität der Spermien. Untersuchungen haben gezeigt, dass bei unerfülltem Kinderwunsch in einigen Fällen die Anzahl der Spermien unter dem empfohlenen WHO-Richtwert von 15 Millionen pro Milliliter liegt.

Wenn du mehr darüber erfahren möchtest, wie man ein Spermiogramm liest und was die einzelnen Spermienparameter bedeuten, findest du hier weitere Informationen.

Abschliessendes Gespräch und Planung der weiteren Behandlung

Wenn dein Testergebnis auf eine eingeschränkte Fruchtbarkeit hinweist, wird dein Arzt bzw. deine Ärztin mit dir Behandlungsmöglichkeiten besprechen, um deine Spermienqualität zu verbessern und nach gegebener Zeit einen weiteren Fruchtbarkeitstest durchführen. Ausserdem solltest du auf einen gesunden Lebensstil achten.

Falls es nach der Behandlung keine wesentliche Verbesserung gibt, wird dich deine Ärztin bzw. dein Arzt zu möglichen Kinderwunschbehandlungen wie einer In-vitro-Fertilisation (IVF) oder einer intrazytoplasmatischen Spermieninjektion (ICSI) beraten. Diese Verfahren können trotz eingeschränkter Spermienqualität eine erfolgreiche Befruchtung ermöglichen.

Häufig gestellte Fragen

Wann sollte ein Fruchtbarkeitstest für den Mann durchgeführt werden?

Grundsätzlich kannst du jederzeit einen Fruchtbarkeitstest durchführen lassen, um Ausschluss über deine Fruchtbarkeit zu erhalten. Wenn du und deine Partnerin nach einem Jahr regelmässigen Geschlechtsverkehrs immer noch einen unerfüllten Kinderwunsch habt, kann ein Fruchtbarkeitstest wichtige Erkenntnisse liefern.

Wie teuer ist ein Fruchtbarkeitstest für Männer?

Die Kosten für einen Fruchtbarkeitstest für Männer betragen CHF 350 bis CHF 1’000 und werden mitunter von der Krankenversicherung übernommen. Meist besteht ein Fruchtbarkeitstest nur aus einem Spermiogramm und einer Blutuntersuchung. Bei Cada umfasst der Fruchtbarkeitstest für Männer eine ausführliche ärztliche Beratung, eine umfangreiche Blutanalyse, eine Hormonuntersuchung und ein Spermiogramm.

Welche weiterführenden Untersuchungen kann ich noch durchführen lassen?

Neben den oben genannten Schritten kann auch eine körperliche Untersuchung oder Ultraschall der Hoden in Frage kommen. Hier können Urologen und Andrologen nach möglichen Problemen wie Krampfadern am Hodensack (Varikozele) oder Beeinträchtigungen der Samenleiter suchen. Diese Faktoren können die Qualität der Samenprobe entscheidend beeinflussen.

Kann ich mein Sperma auch zu Hause testen?

Für Männer, die zu Hause einen ersten Eindruck über ihre Spermienqualität gewinnen möchten, sind Selbsttests oder Schnelltests verfügbar. Diese Spermatests können eine grobe Einschätzung zur Spermamenge liefern, können allerdings nicht alle Parametern analysieren, womit sie nicht so präzise sind wie eine professionelle Laboruntersuchung.

Wie kann mich Cada beim Fruchtbarkeitstest unterstützen?

Bei Cada erhältst du einen umfassenden Fruchtbarkeitstest mit einer engmaschigen ärztlichen Betreuung. Deine Ergebnisse werden dir bequem in der Cada App angezeigt, die dir Zugang zu allen Analyseergebnissen und persönlichen Behandlungsplänen bietet. Ausserdem kannst du in der App ganz unkompliziert all deine Fragen zu deiner Behandlung stellen.

Fazit

Eine Übersichtsarbeit aus den USA zeigt, dass die Spermienmenge in den letzten Jahren abgenommen hat. Gründe hierfür sind Übergewicht, schlechte Ernährungsgewohnheiten und Umweltgifte, die sich vermehrt auf die Fruchtbarkeit auswirken. Dies verdeutlicht noch einmal mehr die Relevanz von Fruchtbarkeitstests und deren Rolle bei der Bewertung der Zeugungsfähigkeit.

Somit spielen Fruchtbarkeitstests für den Mann eine entscheidende Rolle, wenn es darum geht, Ursachen für einen unerfüllten Kinderwunsch zu finden. Fruchtbarkeitstests geben nicht nur Aufschluss über Qualität der Spermien, sondern analysieren ebenfalls wichtige Blut- und Hormonwerte, die einen entscheidenden Einfluss auf die Fruchtbarkeit haben können. Auch eine Abklärung von möglichen Infektionen ist entscheidend, um einschränkende Faktoren auf die Fruchtbarkeit frühzeitig zu erkennen und zu behandeln. Hierbei stehen dir Ärzt:innen bei einem Erstgespräch, aber auch darüber hinaus zur Seite und beraten dich ausführlich zu möglichen Behandlungsoptionen.

Du möchtest mehr über deine Fruchtbarkeit erfahren? Unsere Kinderwunschexpert:innen unterstützen dich dabei, dir deinen Kinderwunsch zu erfüllen.

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