Deine mentale Gesundheit sollte auch in der Kinderwunschphase nicht auf der Strecke bleiben. Hier erfährst du, was du für deine Psyche tun kannst.

Key Facts

  • Emotionen sollen wahrgenommen und ernst genommen werden
  • Ein offener Austausch mit dem Partner oder der Partnerin sollte immer aufrecht erhalten werden
  • Neben dem Kinderwunsch sollte man sich Zeit für Entspannung und (gemeinsame) Aktivitäten nehmen
  • Manchmal kann es helfen, den Druck rauszunehmen und den Fokus auf andere Lebensbereiche zu lenken
  • Bei unerfülltem Kinderwunsch sollte man sich nach einem Jahr an eine Kinderwunschklinik wenden

Einleitung

Versuchst du vielleicht schon seit längerer Zeit ein Kind zu bekommen? Hast du eventuell schon mehrere gynäkologische Untersuchungen hinter dir oder hast du nur noch Sex an den fruchtbaren Tagen, alles mit dem Ziel endlich ein Kind zu bekommen? Ungewollte Kinderlosigkeit kann zermürbend sein und schlägt sich schnell auf die Psyche nieder. Alles dreht sich nur noch darum, den Eisprung zu berechnen, die Spermien oder Eizellen zu optimieren und endlich schwanger zu werden.

Ein unerfüllter Kinderwunsch kann eine erhebliche psychische Belastung darstellen, und es ist wichtig zu verstehen, wie du damit umgehen kannst, um emotional gestärkt zu sein und Unterstützung zu finden.

Mentale Gesundheit spielt eine entscheidende Rolle für unser allgemeines Wohlbefinden und unsere Lebensqualität. Glücklicherweise gibt es einiges, was wir selbst tun können, um unsere mentale Gesundheit zu fördern und zu schützen. In diesem Artikel stellen wir dir 10 Dinge vor, die du für deine mentale Gesundheit, insbesondere in der turbulenten Kinderwunschphase, tun kannst.

Übrigens: Du bist nicht allein. In der Schweiz ist etwa jedes fünfte Paar von Unfruchtbarkeit betroffen. Weltweit ist es ungefähr jedes sechste Paar.

1. Anerkennung deiner mentalen Gesundheit

Unerfüllter Kinderwunsch kann eine Reihe von negativen Emotionen wie Trauer, Angst, Wut und Enttäuschung hervorrufen. Diese Gefühle sind völlig normal und haben ihre Berechtigung. Wenn du dir über deine eigene mentale Gesundheit bewusst bist und bereit bist, dich mit deinen Emotionen auseinanderzusetzen, ist das der erste Schritt, negative Gefühle zu bewältigen. Achte auf deine inneren Gedanken und versuche, selbstkritische und negative Selbstgespräche durch positive und unterstützende Gedanken zu ersetzen, denn du allein bestimmst, wie du dich fühlst und welche Gefühle du an dich heranlässt.

2. Kommunikation

Gespräche über unerfüllten Kinderwunsch sind oft schwierig, aber sie sind entscheidend für die psychische Gesundheit und das Wohlbefinden von Paaren. Sprich offen mit deinem Partner oder deiner Partnerin über deine Gefühle, Ängste und Hoffnungen. Offene und ehrliche Gespräche können dazu beitragen, den Druck zu mindern und eure Beziehung zu stärken.

3. Professionelle Hilfe

Es ist völlig in Ordnung, professionelle Unterstützung in Anspruch zu nehmen. Mitunter kann der unerfüllte Wunsch nach einem eigenen Kind dich sogar in eine Lebenskrise stürzen und deine Beziehung zu deiner Partnerin oder deinem Partner gefährden. Eine psychologische Beratung durch Psychotherapeuten ist daher oft keine schlechte Idee und kann dir dabei helfen, deine Gefühle zu verarbeiten und eventuelle Stressfaktoren zu reduzieren.

4. Selbstfürsorge

Selbstfürsorge ist in solch herausfordernden Zeiten von entscheidender Bedeutung. Nimm dir regelmässig Zeit für dich und deine Bedürfnisse, sei es durch Meditation, Entspannungsübungen, Spaziergänge in der Natur oder einfach nur, um ein gutes Buch zu lesen. Das kann bedeuten, dass du dir regelmässig Zeit für Entspannung gönnst, (neuen) Hobbys nachgehst oder dich mit positiven Aktivitäten verwöhnst.

5. Gesunde Ernährung

Eine ausgewogene Ernährung trägt nicht nur zur körperlichen Gesundheit bei, sondern auch zur mentalen. In einer Studie mit über 1000 Frauen wurde untersucht, wie sich Ernährung auf die Psyche auswirkt. Die Studie kam zu dem Schluss, dass Frauen, die regelmässig Gemüse, Obst, Fleisch, Fisch und Vollkornprodukten zu sich nahmen, ein vermindertes Risiko für Depressionen oder Angstzustände hatten. Auch Omega-3-Fettsäuren (EPA und DHA) können Depressionen und Stimmungsschwankungen vorbeugen oder mildern.

6. Bewegung

Regelmässige körperliche Aktivität setzt Endorphine frei, die unser Stimmungsniveau erhöhen und Stress abbauen können. Es muss keine intensive Sportart sein – schon ein täglicher Spaziergang kann Wunder wirken. Zudem zeigte eine kürzlich veröffentlichte Studie, dass körperliche Aktivität die allgemeine Stimmung und das Selbstwertgefühl verbessert und gleichzeitig die Stressneigung verringert, die bekanntermassen psychische und physische Krankheiten begünstigt.

7. Ruhe & Schlaf

Schlafmangel kann sich negativ auf unsere Stimmung und geistige Gesundheit auswirken. Laut einer 2021 durchgeführten Studie hat die Schlafqualität eine deutliche Auswirkung auf die psychische Gesundheit und wies nach, dass ausreichend Schlaf Depressionen, Angst und Stress reduzieren kann.

8. Unterstützung

Sich mit anderen in ähnlichen Situationen auszutauschen, kann eine grosse Hilfe sein. Es gibt Selbsthilfegruppen, Online-Foren und Verbände von Menschen, die ähnliche Herausforderungen bewältigen. Die Unterstützung von Gleichgesinnten kann tröstend und ermutigend sein. Unterstützung bekommst du auch bei anderen Erkrankungen wie Endometriose oder PCOS.

9. Realistische Erwartungen

Es ist wichtig, realistische Erwartungen zu setzen und zu verstehen, dass ein unerfüllter Kinderwunsch nicht gleichbedeutend mit Versagen ist. Der Körper und die Fruchtbarkeit sind komplex, und es gibt viele Faktoren, die ausserhalb deiner Kontrolle liegen. Es kann auch sein, dass die Kinderwunschbehandlung nicht gleich beim ersten Mal erfolgreich ist. Die stressige Wartezeit kannst du auch für weitere Tests wie Bluttests zur Bestimmung eures Hormonhaushalts oder Spermiogramme nutzen.

10. Sich auf andere Lebensbereiche konzentrieren

Während der Kinderwunsch und eine künstliche Befruchtung möglicherweise gerade bei dir im Mittelpunkt stehen, solltest du den Rest deines Lebens nicht vernachlässigen. Konzentriere dich auf deine Hobbys und Beziehungen ausserhalb der Familienplanung. Ein erfülltes Leben abseits des Kinderwunsches kann dir dabei helfen, den Druck zu mindern.

Fazit

Der Weg zum Wunschkind ist oft steinig und benötigt manchmal etwas Unterstützung. Fruchtbarkeitsstörungen können ein Grund sein, weshalb die Empfängnis bisher noch nicht erfolgreich war. Besonders wenn du bereits mehrere Jahre lang versuchst, schwanger zu werden und es einfach nicht klappen will, kann das sehr frustrierend sein. Hier empfiehlt sich nach spätestens einem Jahr eine Kinderwunschklinik aufzusuchen, um alle nötigen Untersuchungen durchzuführen und eine eventuelle Fertilitätsstörung festzustellen.

Auch die Psychosomatik kann eine Rolle beim Schwangerwerden spielen und sollte daher nicht ausser Acht gelassen werden. Ängste, dass du nicht schwanger wirst, Stress oder Nervosität vor der Behandlung sind völlig normal. Wichtig ist, dass du darüber sprichst und dich nicht unter Druck setzt. Oft kann es helfen, sich abzulenken und sich auf etwas anderes zu konzentrieren. Auch eine gesunde Lebensweise durch eine ausgewogene Ernährung, ausreichend Schlaf und körperliche Aktivität können förderlich für deine mentale Gesundheit sein.

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