Ein Symptom der Endometriose ist ein aufgeblähter Bauch, der sogenannte Endobelly. Mehr über Ursachen, Behandlung und Tipps erfährst du in diesem Artikel.

Ein gewölbter Bauch, der nicht durch eine Schwangerschaft bedingt ist, kann durch schmerzhafte Blähungen aufgrund von Endometriose verursacht werden. Neben den typischen Unterleibsschmerzen und Beschwerden während der Menstruation leiden viele Frauen mit Endometriose auch unter einem vergrösserten Bauch, der auch als “Endobelly” bezeichnet wird.

In diesem Artikel erklären wir dir, was ein Endobelly ist, wodurch er ausgelöst wird und was du tun kannst, um einem endometriosebedingten Blähbauch entgegenzuwirken.

Was ist ein Endobelly?

Der Endobelly beschreibt ein Anschwellen des Bauches, das bei Frauen mit Endometriose häufig zyklusabhängig auftritt. In der zweiten Zyklushälfte, unmittelbar vor und während der Menstruation können die Symptome besonders stark sein. In den meisten Fällen ist das vergrösserte Bauchvolumen auf Blähungen zurückzuführen.

Aufgeblähter Bauch bei Endometriose
Aufgeblähter Bauch bei Endometriose

Was sind Ursachen für den Endobelly?

Bei Endometriose wächst Gewebe, das der Gebärmutterschleimhaut (Endometrium) ähnelt, ausserhalb der Gebärmutterhöhle und breitet sich meist im kleinen Becken und im Bauchfell aus. Während der Monatsblutung blutet auch das gebärmutterschleimhautähnliche Gewebe ab. Da das Blut aber nicht wie das Periodenblut durch die Scheide abfliessen kann, kommt es bei den betroffenen Frauen zu Entzündungen, Wucherungen oder Verklebungen.

Neben den Schmerzen, die durch die resultierenden Entzündungen und Verwachsungen entstehen können, können bei Endometriose folgende Symptome auftreten und eine Auswirkung auf den Bauchumfang haben:

  • Wassereinlagerungen: Östrogen stimuliert das Wachstum der Endometrioseherde und kann gleichzeitig zu Wassereinlagerungen im Bauchraum und Blähungen führen. Durch die Wassereinlagerungen und Blähungen kann es zu einer Gewichtszunahme kommen.
  • Blähungen: Das endometriumähnliche Gewebe kann die Eierstöcke bedecken oder in sie hineinwachsen. In diesem Fall kann sich Blut in Form von Zysten (Schokoladenzysten) ansammeln, was zu Blähungen führen kann. Darüber hinaus kann es durch den Progesteronanstieg in der zweiten Zyklushälfte zu vermehrter Gasbildung im Darm kommen, was den Bauch zusätzlich aufbläht. In einer älteren Studie wurde beispielsweise festgestellt, dass 96 % der Frauen mit Endometriose unter Blähungen litten, verglichen mit 64 % der Frauen, die nicht von Endometriose betroffen waren.
  • Verstopfung: Endometrioseherde im Darm können die Verdauung beeinträchtigen und zu Verstopfungen führen, was den Bauchraum vergrössern kann. Einer Studie zufolge litten 29 % der Endometriose-Patientinnen an einem Reizdarmsyndrom oder an Verstopfung.
  • Darmerkrankungen: Endometriose kann die Darmfunktion beeinträchtigen und zu Problemen beim Stuhlgang wie Verstopfung, Blähungen und Durchfall führen. Endometriose-Patientinnen haben ein erhöhtes Risiko für Darmerkrankungen, die ebenfalls zu einem Blähbauch führen können.

Welche anderen Symptome treten bei einem Endobauch auf?

  • Schwindel
  • Übelkeit
  • Unwohlsein
  • Druckgefühl
  • Unterleibsschmerzen bis hin zu Krämpfen
  • Schmerzen beim Stuhlgang
  • Schleim und Blutablagerungen im Stuhl

Diagnose des Endobellys

Um herauszufinden, ob es sich bei einem Blähbauch, der vor allen Dingen mit Beginn der Regelblutung auftritt, um einen Endobelly handelt, können verschiedene Schritte zur Diagnose unternommen werden:

  • Anamnese: Bei einer ausführlichen Anamnese wird besprochen, ob neben dem Blähbauch noch andere Symptome vorliegen, die auf eine Endometriose hindeuten können. Wenn es in deiner Familie bereits Fälle von Endometriose gibt, hast du ein grösseres Risiko ebenfalls von Endometriose betroffen zu sein.
  • Gynäkologische Untersuchung: Durch eine gynäkologische Tastuntersuchungen können Endometrioseherde als Verhärtungen an Scheide, Gebärmutter, Eierstöcke und Eileiter festgestellt werden, die auf Verwachsungen in Folge von Endometriose schliessen lassen können.
  • Ultraschalluntersuchung: Während einer Ultraschalluntersuchung können die Bauchorgane und mitunter mögliche Endometrioseherde sichtbar gemacht werden. Bei einer Ultraschalluntersuchung können Eileiter und Eierstöcke auf mögliche Zysten untersucht werden.
  • Bauchspiegelung (Laparoskopie): Bei einer Bauchspiegelung werden kleine Schnitte in der Nähe des Bauchnabels gesetzt und die Organe der Bauchhöhle mithilfe einer kleinen Kamera (Laparoskop) sichtbar gemacht. Während einer Bauchspiegelung können Gewebeproben entnommen werden oder auch direkt Endometrioseherde oder Zysten entfernt werden. Mehr über den Ablauf einer Bauchspieglung erfährst du hier.
  • MRI-Untersuchung: Eine genaue und nicht-invasive Darstellung von Endometrioseherden kann über eine MRI-Untersuchung erfolgen. Diese Untersuchung dauert im Normalfall 20-30 Minuten und kann meist ohne Kontrastmittel durchgeführt werden.
Mehr Informationen zur Diagnose von Endometriose erhältst du in diesem Artikel.

Was hilft gegen den Endobelly?

Wenn du deinen Endobelly mit natürlichen Mitteln in den Griff bekommen möchtest, kannst du Verkrampfungen mit Wärme, etwa durch eine Wärmflasche lösen. Bei der Ernährung solltest du auf Alkohol, Zucker, Koffein und Gluten verzichten. Regelmässige Bewegung und Yoga können zu Schmerzlinderung und Entspannung beitragen. Auch Physiotherapie kann Linderung verschaffen.

  • Wärme: Eine Wärmflasche oder ein Körnerkissen können bei einem aufgeblähten Bauch Linderung verschaffen, da Wärme zur Entspannung des Muskelgewebes beiträgt, was die Krämpfe lindert. Wärme kann die Rezeptoren für Übertragung von Schmerzsignalen an das Gehirn blockieren, was zu einer sofortigen und wirksamen Schmerzlinderung führt.
  • Ernährung: Bei endometriosebedingten Beschwerden sollten betroffene Frauen eine Ernährungsumstellung in Betracht ziehen und auf Koffein, raffinierten Zucker, Alkohol und verarbeitete Lebensmittel verzichten. Auch eine glutenfreie Ernährung kann dabei helfen, einem Blähbauch entgegenzuwirken. Ausserdem sollte auf eine gesunde und ausgewogene Ernährung mit viel Obst, Gemüse und Vollkornprodukten geachtet werden. Weiterhin sollte auf blähende Lebensmittel verzichtet werden und genügend getrunken werden.
In diesem Artikel verraten wir dir, welche Ernährung bei Endometriose helfen kann und welche Lebensmittel du besser vermeiden solltest.
  • Regelmässige Bewegung: Sport kann durch den gesteigerten Blutfluss entspannend wirken und Schmerzen verhindern. Durch Yoga kann der Beckenbereich geöffnet werden, was die Durchblutung in diesem Bereich fördern und zur Schmerzlinderung beitragen kann. Auch Meditation kann dabei helfen, den Beckenboden zu entspannen.
  • Physiotherapie für den Beckenboden: Manuelle Therapietechniken können dabei helfen, den Muskeltonus zu normalisieren und die Beweglichkeit und Kraft des gesamten Beckenbodens und der Körpermitte wiederherzustellen.

Behandlung des Endobellys

Die Behandlung des Endobellys zielt auf die Linderung der Symptome und die zugrundeliegende Endometriose ab. Hier eignen sich folgende Mittel:

  • Schmerzmittel: Als Schmerzmittel zur Linderung von Unterleibsschmerzen und Krämpfen eignen sich nicht steroidale Antirheumatika (NSAR), wie zum Beispiel Ibuprofen.
  • GnRH-Analoga und GnRH-Antogonisten: Bei einer ausgedehnten Endometriose oder nach einer chirurigschen Laparoskopie können GnRH-Analoga oder GnRH-Antagonisten gegeben werden. Diese vermindern die Östrogenproduktion und folglich das Wachstum der Endometriose. GnRH-Antagonisten wirken schneller und führen schneller zu einer Unterdrückung der Östrogenproduktion als GnRH-Analoga.
  • Hormonelle Therapie oder Antibabypille: Während Östrogene das Wachstum von Endometrioseherden stimulieren, unterdrücken Gestagene das Wachstum. Deshalb kann sich, je nachdem ob ein Kinderwunsch besteht, eine östrogenfreie Pille eignen.
  • Operation: Bei Bedarf können Endometrioseherden im Rahmen einer Bauchspiegelung entfernt werden, um die Beschwerden zu mildern und die Fruchtbarkeit wiederherstellen.

Wann zum Arzt bei einem Endobelly?

Es gibt einige Anzeichen und Symptome im Zusammenhang mit einem Endobelly, bei denen du unbedingt deinen Hausarzt oder deine Hausärztin respektive deinen Gynäkologen oder deine Gynäkologin aufsuchen solltest:

  • Starke oder plötzliche Bauchschmerzen: Wenn du plötzliche oder starke Bauchschmerzen verspürst sollten du sofort ärztliche Hilfe suchen, da dies auf eine Komplikation wie eine geplatzte Zyste oder einen Darmverschluss hinweisen kann.
  • Veränderungen im Stuhlgang: Wenn du Veränderungen im Stuhlgang bemerkst, wie anhaltende Verstopfung, Durchfall oder Blut im Stuhl, solltest du dies mit deinem Arzt oder deiner Ärztin besprechen.
  • Schwierigkeiten beim Wasserlassen: Schwierigkeiten beim Wasserlassen können ein Anzeichen für eine Endometriose-bedingte Verwachsung oder Kompression der Blase sein und erfordern ärztliche Abklärung.
  • Übelkeit und Erbrechen: Wenn du anhaltende Übelkeit oder Erbrechen hast, insbesondere wenn sie mit Bauchschmerzen oder Schwellungen einhergehen, solltest du unbedingt einen Arzt oder eine Ärztin aufsuchen.
  • Gewichtszunahme: Eine unerklärliche Zunahme an Volumen im Bauchbereich kann ein Zeichen für Flüssigkeitsansammlung im Bauchraum sein und sollte ärztlich abgeklärt werden.

Fazit

Endometriose ist eine chronische Erkrankungen, die bei vielen Frauen zu ungewollter Kinderlosigkeit führt. Die Symptome der Endometriose können vielfältig sein und von Unterbauchschmerzen über Blähungen und Schmerzen beim Wasserlassen variieren. Ausserdem tritt bei vielen Endometriose-Patientinnen in der zweiten Zyklushälfte ein Blähbauch auf, der sogenannte Endobelly.

Der aufgeblähte Bauch bei einer Endometrioseerkrankung kann auf verschiedene Faktoren zurückzuführen sein. Ein grosse Rolle spielt dabei das Ungleichgewicht der Geschlechtshormone Östrogen und Progesteron. Während Östrogene das Wachstum der Endometrioseherde fördern, mindert Progesteron das Wachstum. Das Blut, das nicht abfliessen kann, sorgt zudem für Entzündungen und Wucherungen im Bauchraum.

Die Behandlung eines Endobellys zielt auf die Behandlung der Endometriose ab. Diese kann durch unter anderem durch Schmerzmittel, Hormontherapie oder eine Bauchspiegelung mit Entfernung der Endometriose erfolgen.

Bei anhaltenden Beschwerden solltest du deine Frauenärztin oder deinen Frauenarzt aufsuchen. Auch die spezialisierten Ärztinnen und Ärzte in einem Endometriose-Zentrum können eine gute Anlaufstelle sein, um deine Beschwerden in den Griff zu bekommen.

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